Messenger-Betrug kostet Deutsche im Schnitt 1.180 Euro – oft in Minuten

Laut einer Kaspersky-Studie verlieren Betroffene in Deutschland durch Betrug via WhatsApp, SMS und Facebook deutlich mehr als der weltweite Durchschnitt.

Messenger-Betrug kostet Deutsche im Schnitt 1.180 Euro – oft in Minuten

Hohe Verluste durch Betrug über WhatsApp, SMS und Facebook

Laut chip.de verlieren Betroffene in Deutschland durch Betrug über Messenger-Dienste im Schnitt rund 1.180 Euro – deutlich mehr als der weltweite Durchschnitt von etwa 680 Euro. Das geht aus einer neuen Studie des Cybersicherheitsunternehmens Kaspersky hervor, die WhatsApp, SMS/iMessage und Facebook als die wichtigsten Einfallstore für solche Angriffe benennt.

Besonders auffällig ist das Tempo der Angriffe. In 44 Prozent der in Deutschland untersuchten Fälle wurden Geld oder persönliche Daten innerhalb von 30 Minuten erbeutet. Bei jedem siebten Fall dauerte es sogar weniger als fünf Minuten. Am häufigsten werden dabei E-Mail-Adressen, Geburtsdaten und vollständige Namen abgegriffen.

Die Täter agieren laut Kaspersky häufig kanalübergreifend: Sie wechseln etwa von SMS zu WhatsApp oder von WhatsApp zu Telegram, um alltägliche Kommunikation glaubwürdig nachzuahmen. Hinzu kommt der gezielte Einsatz von Künstlicher Intelligenz – 74 Prozent der Betroffenen in Deutschland gehen davon aus, dass KI beim Angriff eingesetzt wurde, etwa für täuschend echte Texte, gefälschte Stimmen oder Deepfake-Inhalte.

Die Folgen gehen über den finanziellen Schaden hinaus. Viele Opfer berichten noch lange nach dem Vorfall von Wut, Frustration und Bestürzung. Sicherheitsexperten empfehlen, bei unerwarteten Nachrichten innezuhalten, Absender und Anliegen unabhängig zu überprüfen und unter Zeitdruck keine sensiblen Daten preiszugeben.

Der Trend fügt sich in ein breiteres Bild ein, vor dem auch das Bundesamt für Sicherheit in der Informationstechnik (BSI) warnt. Nach Angaben der Behörde steckt inzwischen in etwa jeder dritten unerwünschten E-Mail ein Phishing-Versuch, und 62 Prozent der Menschen haben bereits bewusst eine solche Nachricht erhalten.

Kriminelle beschränken sich dabei längst nicht mehr auf klassische Mails. Smishing per SMS, Quishing über QR-Codes und Vishing per Telefonanruf folgen stets derselben Logik: Zeitdruck, Tarnung und vermeintlich vertraute Absender. Sicherheitsexperten raten deshalb, Zahlungsaufforderungen und verdächtige Nachrichten stets über einen zweiten, unabhängigen Kanal zu verifizieren.

Source: Google News AT — Crime (de)