Schießerei in Hamburg-St. Pauli: Mindestens zwei Tote auf Fabrikgelände
Auf einem Firmengelände in der Lagerstraße nahe der Hamburger Messe fielen am Dienstagabend Schüsse. Mindestens zwei Männer kamen ums Leben, weitere Personen wurden verletzt.

Großeinsatz nach Schüssen auf Betriebsgelände in Hamburg
Auf einem Fabrikgelände in der Lagerstraße im Hamburger Stadtteil St. Pauli sind am Dienstagabend Schüsse gefallen. Wie hasepost.de unter Berufung auf Informationen der Bild-Zeitung berichtet, wurden dabei mindestens zwei Männer tödlich getroffen. Offiziell bestätigt hat die Hamburger Polizei die Opferzahl zunächst nicht. Weitere Personen sollen verletzt worden sein.
Einem der Männer gelang es demnach nicht mehr, das Gebäude zu verlassen — er starb noch innerhalb des Gebäudekomplexes. Ein zweiter Mann erlag laut Bild-Zeitung seinen Verletzungen in einem Rettungswagen. Zu möglichen weiteren Verletzten machten die Ermittler zunächst keine gesicherten Angaben.
Die Polizei rückte mit einem Großaufgebot und schwer bewaffneten Einsatzkräften an. Das Gebiet rund um die Lagerstraße wurde weiträumig abgesperrt, zahlreiche Streifenwagen zusammengezogen. Rettungswagen und Notärzte waren ebenfalls vor Ort. Zur Aufklärung aus der Luft setzen die Behörden Drohnen ein. Auch die Bundespolizei unterstützt den Einsatz.
Ob sich zum Zeitpunkt der Absperrung noch bewaffnete Personen auf dem Gelände befanden, blieb zunächst unklar. Einsatzkräfte durchsuchten den Komplex. Die Hamburger Polizei erklärte, für Anwohner bestehe derzeit keine Gefahr.
Zu Hintergründen, einem möglichen Motiv und möglichen Tatverdächtigen hielten sich die Ermittler bedeckt. Eine großangelegte Fahndung im Umfeld wurde eingeleitet.
In dem Gebäudekomplex sind mehrere Unternehmen ansässig, darunter der Boxstall Universum Boxing sowie der Fleischwarenhersteller Delta Fleisch Hamburg. Ob eines der Unternehmen in direktem Zusammenhang mit der Tat steht, war zunächst nicht bekannt.
Besondere Brisanz erhält der Vorfall durch einen früheren Zwischenfall auf demselben Gelände: Ende Juni hatten Unbekannte von der Lagerstraße aus eine Handgranate über eine Steinmauer auf das Betriebsgelände geworfen. Der Sprengkörper explodierte und beschädigte ein Gebäude sowie mehrere Fahrzeuge. Verletzt wurde damals niemand. Die Hamburger Polizei fahndete anschließend öffentlich nach dem oder den Tätern.
Ob zwischen jenem Handgranatenanschlag und den Schüssen vom Dienstagabend ein Zusammenhang besteht, ist nach Angaben der Ermittler derzeit vollkommen offen.
Die Hamburger Polizei bestätigte am späten Abend, dass der Einsatz in der Lagerstraße weiterhin andauert. Mit weiteren offiziellen Informationen war im Verlauf der Nacht beziehungsweise am Mittwochmorgen zu rechnen.
Source: WELT