Handwerker ersticht Ex-Frau vor Augen der Kinder – Mordprozess in Landshut

Ein 46-jähriger Handwerker muss sich in Landshut wegen Mordes an seiner geschiedenen Frau verantworten. Die Tat geschah vor den Augen der gemeinsamen Kinder.

Handwerker ersticht Ex-Frau vor Augen der Kinder – Mordprozess in Landshut

Seit Donnerstag verhandelt das Landgericht Landshut gegen einen 46 Jahre alten Handwerker aus Wallersdorf in Niederbayern. Der Mann soll seine geschiedene Ehefrau (38) in der Nacht zum 26. Dezember 2025 vor den Augen der gemeinsamen Kinder getötet haben. Details zum Prozessauftakt veröffentlichte Bild.

Kurz nach Mitternacht rief der 13-jährige Sohn verzweifelt um Hilfe: Seine Mutter werde gerade mit einem Messer angegriffen. Als Polizisten sieben Minuten später am Tatort eintrafen, war die Frau bereits tot. Der Angeklagte soll ihr aus Eifersucht zahlreiche Stiche in den Kopf beigebracht haben.

Erst im Oktober 2025 hatte das Opfer ein gerichtliches Kontaktverbot gegen den gewalttätigen Ex-Ehemann erwirkt. Die Trennung hatte der Handwerker offenbar nicht akzeptiert. Laut Staatsanwältin Maria Offenbeck drohte er der Frau wiederholt, sie zu töten, sollte sie eine neue Beziehung eingehen.

Am Abend der Tat wartete der Mann in Wallersdorf auf die Rückkehr seiner Ex-Frau. Als sie vom neuen Partner nach Hause gebracht wurde, griff er sie an. Der 13-jährige Sohn versuchte, die Mutter zu beschützen, und hielt dem Vater ein Küchenmesser entgegen. Der Angeklagte schlug dem Jungen ins Gesicht, entriss ihm die Waffe und jagte der fliehenden Frau nach. Wenige hundert Meter weiter holte er sie ein und erstach sie.

Die Anklage wirft dem Handwerker Vorsatz vor: Er hatte den Kindern zuvor die Telefone abgenommen, um eine Warnung zu verhindern. Vor Gericht behauptete er jedoch, an die eigentliche Tat könne er sich nicht erinnern. Das Bild der leblosen Frau an einem Zaun habe sich ihm jedoch tief eingeprägt.

Der Angeklagte machte sein Opfer für das Geschehen verantwortlich. Er beklagte, sie habe die Buchhaltung seiner Firma vernachlässigt und stattdessen Haushaltsgeräte vertrieben, während er im Auto übernachten musste.

Am ersten Verhandlungstag wandte sich der Mann an seine drei Kinder. Er habe nicht nur die Frau getötet, die er einst geliebt habe, sondern auch den Kindern die Mutter genommen. Die Söhne leiden bis heute unter den Erlebnissen. Der jüngste Sohn (6) demonstrierte der ersten Polizistin am Tatort die Stichbewegungen, die er mitbekommen hatte.

Das Urteil soll am 14. Juli verkündet werden. Dem Mann droht eine lebenslange Freiheitsstrafe.

Source: BILD