Sechs Tote bei Schießerei in Stade – 45-Jähriger wegen Sorgerechtstreits festgenommen
Bei einem Amoklauf in einer Mutter-Kind-Einrichtung in Stade kamen sechs Mitarbeiter ums Leben. Ein 45-jähriger Mann wurde festgenommen.

Sechs Tote bei Schießerei in Stade – 45-Jähriger wegen Sorgerechtstreits festgenommen
In der niedersächsischen Stadt Stade hat ein Mann bei einem Angriff auf eine Einrichtung für Mütter und Kinder sechs Menschen getötet. Die Polizei nahm einen 45-Jährigen fest, berichtet 24ur.com.
Der Vorfall ereignete sich am Montag in einer Jugendeinrichtung. Fünf der Opfer starben noch am Tatort, eine sechste Person erlag später im Krankenhaus ihren schweren Verletzungen. Alle Getöteten waren Angestellte der Einrichtung beziehungsweise des zuständigen Jugendamtes – vier Frauen und zwei Männer. Keines der Opfer gehörte zur Familie des Tatverdächtigen.
Nach ersten Ermittlungsergebnissen war der Anlass für die Tat ein Streit um das Sorgerecht für ein dreimonatiges Mädchen. Das Kind war der Familie zuvor vorübergehend entzogen worden und anschließend unter bestimmten Bedingungen an die Mutter zurückgegeben worden. Eine dieser Auflagen besagte, dass Mutter und Kind in einem betreuten Mutter-Kind-Heim leben müssten. Der 45-jährige Vater hatte an diesem Tag einen Termin in der Einrichtung, der im Zusammenhang mit dem laufenden Sorgerechtsverfahren stand.
Der Tatverdächtige stammt aus der Region Hannover, wurde in Deutschland geboren und hat türkische Wurzeln. Er war der Polizei bereits wegen Drohungen bekannt, galt jedoch nicht als besonders gewalttätig. Nach der Tat versuchte er zusammen mit einer weiblichen Verwandten in einem Mercedes zu fliehen. Beamte verfolgten das Fahrzeug und schossen auf die Reifen, um es zum Stehen zu bringen. Sowohl der 45-Jährige als auch die Fahrerin des Wagens befinden sich mittlerweile in Polizeigewahrsam. Die Frau, eine Familienangehörige, wird derzeit verhört. Auch die 34-jährige Mutter des Säuglings wird von den Ermittlern befragt.
Die Polizei bestätigte, dass der Verdächtige keine Waffenbesitzkarte besaß. Welche Art von Schusswaffe bei der Tat zum Einsatz kam, wollten die Ermittler zunächst nicht mitteilen. In deutschen Medien kursierten Spekulationen über mögliche Verbindungen des Mannes zum sogenannten Miri-Clan. Die Polizeiführung und die niedersächsische Innenministerin Daniela Behrens wiesen diese Gerüchte jedoch entschieden zurück. Behrens betonte, es handle sich um einen "Einzelfall", und es gebe keine Hinweise auf Verbindungen zum organisierten Verbrechen.
Bundeskanzler Friedrich Merz äußerte sich bestürzt über die Tat: "Die Nachricht aus Stade hat uns zutiefst erschüttert. Viele Menschen, die helfen und andere schützen wollten, haben ihr Leben verloren oder wurden verletzt." Er sprach den Angehörigen der Opfer sein Beileid aus und dankte den Einsatzkräften für ihr schnelles Handeln. Die Ermittlungen zu den genauen Hintergründen und dem Ablauf der Tat dauern an.
Source: 24ur