Staatsschutz ermittelt gegen AfD-Stadtrat nach Angriff auf Polizisten in Burglengenfeld

AfD-Stadtrat Markus Leopold soll Mitarbeiter einer Pizzeria rassistisch beleidigt und einen Polizisten angegriffen haben.

Staatsschutz ermittelt gegen AfD-Stadtrat nach Angriff auf Polizisten in Burglengenfeld

AfD-Stadtrat greift Polizisten an – Staatsschutz eingeschaltet

Der bayerische AfD-Stadtrat Markus Leopold (33) aus Burglengenfeld steht im Mittelpunkt eines Ermittlungsverfahrens des Staatsschutzes. Laut BILD soll Leopold bei der „Italienischen Nacht" in seiner Heimatstadt Angestellte einer Pizzeria rassistisch beleidigt, sich mit dem Sicherheitsdienst angelegt und anschließend einen Polizisten angegriffen haben.

Der Vorfall eskalierte nach Angaben von Gastwirt Slimen Ben Dhafer (48) gegen 1:30 Uhr, als Leopold an seinem Stand keinen Alkohol mehr erhielt. „Er war schon öfter unser Gast, ich hatte nie ein Problem mit ihm. Doch diesmal gab es Streit um den Ausschank von Alkohol, er hatte schon zu viel getrunken", schilderte Ben Dhafer gegenüber BILD. Als Leopold zu schubsen begann und lautstark protestierte, griff der Sicherheitsdienst ein.

Die Mitarbeiter des Sicherheitsdienstes soll Leopold als „Rindviech" und „Arschloch" bezeichnet haben. Christian Ach (45), Geschäftsführer des gleichnamigen Sicherheitsunternehmens, erklärte gegenüber BILD: „Meiner Mitarbeiterin sagte er, sie soll dahin gehen, wo sie hergekommen ist."

Herbeigerufene Polizisten trafen laut Polizeipräsidium Oberpfalz auf einen „unkooperativen und aggressiven" Leopold. Polizeisprecher Jonas Krauß teilte mit: „Nachdem er einen polizeilichen Platzverweis missachtete und während einer Identitätsfeststellung versuchte, auf ein polizeiliches Einsatzmittel zuzugreifen, musste polizeilicher Zwang angewendet werden." Leopold soll dabei an den Gürtel eines Beamten gegriffen haben, an dem Schlagstock, Taschenlampe, Reizgas und Ersatzmagazin befestigt waren.

Zum Nachweis seiner Identität zückte Leopold seinen AfD-Mitgliedsausweis. Anschließend wurde er gefesselt und verbrachte den Rest der Nacht im Polizeigewahrsam. Eine Stellungnahme gegenüber BILD war von ihm am Mittwochabend nicht zu erhalten.

Die Polizei bestätigte Ermittlungen gegen einen Mandatsträger. Die Kripo Amberg führt das Verfahren wegen des Verdachts des Widerstands gegen Vollstreckungsbeamte sowie Beleidigung. Auch in seiner Heimatgemeinde drohen Leopold Konsequenzen: Ach erklärte, ein Hausverbot beim kommenden Bürgerfest solle geprüft werden. „Sich als Stadtrat bei einer Veranstaltung der Stadt so aufzuführen, ist unterste Gürtellinie", so Ach.

Source: BILD