Magdeburger Polizei will mit Bildern von Gewalttätern an die Öffentlichkeit gehen
Im Zuge der Nachforschungen zu den heftigen Ausschreitungen beim Zweitliga-Spiel zwischen dem 1. FC Magdeburg und Dynamo Dresden will die Polizei Fotos von Tatverdächtigen veröffentlichen.

Magdeburger Polizei will mit Bildern von Gewalttätern an die Öffentlichkeit gehen
Die Ermittler in der Landeshauptstadt von Sachsen-Anhalt wollen bald Fotos von mutmaßlichen Randalierern im Netz und auf öffentlichen Plakaten zeigen. Hintergrund sind die schweren Ausschreitungen beim Zweitliga-Spiel des 1. FC Magdeburg gegen Dynamo Dresden Ende Januar.
Seitdem arbeitet eine Sonderkommission namens "Umlauf" unter Hochdruck an der Aufklärung. Über 20 Polizistinnen und Polizisten sind damit beschäftigt, die Verantwortlichen für die Gewalttaten zu finden. Laut Polizeisprecher Stefan Brodtrück laufen Ermittlungen gegen mehr als hundert Personen, denen während der Krawalle spezifische Delikte zugewiesen werden können. In zwei besonders gravierenden Fällen besteht der Verdacht des versuchten Totschlags, bei der großen Mehrheit geht es um schweren Landfriedensbruch – ein Verbrechen, das mit einer Haftstrafe von einem halben Jahr bis zu einer Dekade geahndet werden kann.
Die Aufarbeitung erweist sich als äußerst komplex, da jedem Einzelnen eine nachweisbare Straftat zugeordnet werden muss. Dafür durchforsten die Beamten ein riesiges Datenaufkommen von etwa 27,5 Terabyte aus unterschiedlichen Videoquellen. Das Motto der Ermittler: Lieber gründlich als schnell.
Bislang wurden fünf Verdächtige an den Fußballclub weitergeleitet. Der Verein hat bereits vier Zutrittsverbote für das Stadion verhängt, das fünfte soll in Kürze folgen. FCM-Geschäftsführer Martin Geisthardt lobte die enge Abstimmung mit den Sicherheitsbehörden. Er versicherte, dass künftige Verbote ebenfalls konsequent vollstreckt würden.
In den nächsten Wochen und Monaten will die Polizei laufend weitere identifizierte Personen an den Club und die Justizbehörden melden. Der Verein reagiert unterdessen mit verschärften Sicherheitsmaßnahmen: Die Schutzwände im Gästesektor werden um 1,50 Meter aufgestockt, ein externes Beraterteam überarbeitet das Sicherheitskonzept, und eine neue Vollzeit-Stelle für einen Fanbeauftragten wird geschaffen.
Quelle: MDR.de
Source: Google News DE — Crime (de)