NSU-Unterstützer Wohlleben nach zehn Jahren Haft entlassen

Ralf Wohlleben, verurteilter Unterstützer der Terrorzelle NSU, ist am Morgen des 20. Mai aus dem Hochsicherheitsgefängnis in Burg entlassen worden.

NSU-Unterstützer Wohlleben nach zehn Jahren Haft entlassen

Wohlleben verbüßt Strafe vollständig – Entlassung aus Burg

Ralf Wohlleben ist frei. Der verurteilte NSU-Unterstützer wurde am Morgen des 20. Mai aus dem Hochsicherheitsgefängnis Burg in Sachsen-Anhalt entlassen, nachdem er seine Strafe vollständig verbüßt hatte. Das teilte eine Sprecherin der Bundesanwaltschaft mit, wie Tagesschau berichtet.

Das Oberlandesgericht München hatte Wohlleben im Juli 2018 wegen Beihilfe zum Mord in neun Fällen zu zehn Jahren Freiheitsstrafe verurteilt. Nach Überzeugung des Gerichts hatte der frühere NPD-Funktionär der Terrorzelle „Nationalsozialistischer Untergrund" (NSU) – bestehend aus Beate Zschäpe, Uwe Mundlos und Uwe Böhnhardt – die Tatwaffe beschafft. Mit dieser Pistole ermordete die Gruppe bis 2006 deutschlandweit acht Männer türkischer Herkunft sowie einen griechischstämmigen Mann.

Die vor dem Urteil verbüßte Untersuchungshaft wurde auf die Strafe angerechnet, so die Sprecherin der Generalbundesanwaltschaft. Einen Antrag auf vorzeitige Entlassung auf Bewährung hatte Wohlleben Anfang 2023 gestellt – der Bundesgerichtshof lehnte diesen in letzter Instanz ab. Wohlleben ist heute 51 Jahre alt.

Die Thüringer Landtagsabgeordnete Katharina König-Preuss, Sprecherin der Linksfraktion für Antifaschismus und langjährige Obfrau in den NSU-Untersuchungsausschüssen, bezeichnete den Tag als schlechten Tag für die Sicherheit der Bevölkerung – besonders für Angehörige der Opfer. Es sei davon auszugehen, dass Wohlleben in der Neonaziszene mit offenen Armen empfangen werde und dort erneut eine relevante Rolle einnehmen werde, erklärte König-Preuss.

Source: Tagesschau