Anklage gegen ukrainischen Soldaten wegen Nord-Stream-Anschlags

Die Bundesanwaltschaft hat einen Mann aus der Ukraine angeklagt, der an der Zerstörung der Ostsee-Pipelines beteiligt gewesen sein soll. Er soll ein Offizier gewesen sein, der eine Jacht kommandierte.

Anklage gegen ukrainischen Soldaten wegen Nord-Stream-Anschlags

Anklage gegen ukrainischen Soldaten wegen Nord-Stream-Anschlags

Ein Mann aus der Ukraine muss sich in Deutschland wegen der Explosionen an den Nord-Stream-Leitungen im September 2022 vor Gericht verantworten. Die Bundesanwaltschaft hat Anklage erhoben. Ihm wird vorgeworfen, zivile Objekte angegriffen zu haben. Das teilte der Generalbundesanwalt am Donnerstag mit. Die Frankfurter Rundschau berichtete darüber.

Der Verdächtige trägt den Namen Serhij K. Er soll Offizier der ukrainischen Streitkräfte gewesen sein. Nach Recherchen des Journalisten Boris Pancevski führte er die Besatzung der Segelyacht „Andromeda“ an. Von diesem Schiff aus sollen Taucher zu den Gasleitungen gefahren sein, um Sprengladungen anzubringen.

Der Fall hat politische Dimensionen. Pancevski geht davon aus, dass die Täter einer Spezialeinheit der Ukraine angehörten. Angeblich standen sie in Verbindung mit dem früheren Militärchef Walerij Saluschnyj. Ob die Regierung in Kiew oder Präsident Wolodymyr Selenskyj von der Aktion wussten, ist bis heute nicht geklärt. Laut Pancevski waren die Drahtzieher Gegner von Selenskyj und seinem früheren Mitarbeiter Andrij Jermak.

Selenskyj selbst äußerte sich vorsichtig. Er habe noch keine offiziellen Unterlagen gesehen, sagte er bei einem Auftritt in Dublin. Falls weitere Informationen vorlägen, werde man darauf eingehen.

Ob es tatsächlich zu einem Prozess kommt, ist noch offen. Experten halten dies jedoch für wahrscheinlich. Ein Gerichtsverfahren könnte die Beziehungen zwischen Deutschland und der Ukraine belasten, da die Anklage nahelegt, dass Ukrainer die Infrastruktur eines Unterstützerstaates zerstört haben.

Source: Google News LU DE