Polnischer Staatsbürger nach 22 Jahren Haft aus deutscher Haftanstalt entlassen

Piotr Pytel saß fast 22 Jahre in Haft, obwohl der wahre Mörder später gestand, dass Pytel nicht am Tatort war. Nun hofft er auf Begnadigung durch den polnischen Präsidenten.

Polnischer Staatsbürger nach 22 Jahren Haft aus deutscher Haftanstalt entlassen

Polnischer Staatsbürger nach 22 Jahren Haft aus deutscher Haftanstalt entlassen

Piotr Pytel, ein polnischer Staatsbürger, wurde im Jahr 2004 in Deutschland wegen Mordes zu lebenslanger Haft verurteilt. Nach fast 22 Jahren hinter Gittern wurde er vor Kurzem vorläufig auf freien Fuß gesetzt. Sein Verteidiger kämpft nun um eine vollständige Begnadigung.

Die Tat ereignete sich im Jahr 2004 auf deutschem Boden. Nach der Tat floh der tatsächliche Täter aus Deutschland. Pytel blieb unbewusst der Tat in dem Land. Während der Ermittlungen glaubte die Polizei ihm nicht. Der Kontext spielte eine Rolle: Polen stand kurz vor dem EU-Beitritt, der Arbeitsmarkt war noch geschlossen, und in Teilen der deutschen Gesellschaft herrschten ablehnende Stimmungen gegenüber den neuen Mitgliedstaaten.

Die Staatsanwaltschaft setzte eine hohe Belohnung aus. Ein Mitgefangener namens Paulo Lufingo, dem Abschiebung nach Afrika drohte, meldete sich bei den Behörden. Er behauptete, Pytel habe ihm ein Geständnis abgelegt. Auf dieser Grundlage allein verurteilte das Gericht Pytel zu lebenslanger Haft. Im Tatort fanden sich keine Spuren von ihm – das wusste die Anklage.

Jahre später wurde der wahre Mörder in Deutschland gefasst. Er gestand die Tat und erklärte, Pytel sei nicht am Tatort gewesen. Die polnische Staatsanwaltschaft beantragte eine Wiederaufnahme des Verfahrens, erfolglos. Die deutsche Justiz versteckte sich hinter formalen Gründen.

Vor Kurzem griff der polnische Minister Waldemar Żurek ein. Pytel wurde vorläufig entlassen. Sein Anwalt sagte, Pytel sei in einem schlechten psychischen und physischen Zustand. Seine erste Frage galt der Rückkehr in die Haftanstalt. Die Entscheidung über die Begnadigung liegt nun beim polnischen Präsidenten.

Quelle: Rzeczpospolita

Source: Google News PL