Kreml wirft Ukraine Terroranschlag auf Nord Stream vor

Der Kreml bezeichnet die Anklage gegen einen Ukrainer im Zusammenhang mit der Zerstörung der Nord-Stream-Pipelines als Bestätigung für einen terroristischen Angriff auf EU-Infrastruktur.

Kreml wirft Ukraine Terroranschlag auf Nord Stream vor

Kreml wirft Ukraine Terroranschlag auf Nord Stream vor

Die Entscheidung deutscher Strafverfolgungsbehörden, einen ukrainischen Staatsbürger wegen der Zerstörung der Gaspipelines Nord Stream 1 und Nord Stream 2 anzuklagen, bestätige nach Ansicht des Kremls die Beteiligung Kiews an einem terroristischen Angriff auf kritische Infrastruktur der Europäischen Union. Das erklärte Kremlsprecher Dmitri Peskow am Freitag auf einer Pressekonferenz in Moskau, wie TASS berichtet.

„Diese Entscheidung der deutschen Ermittlungsbehörden bestätigt Informationen, über die wir fast von Anfang an verfügten“, sagte Peskow. Er bezog sich dabei auf die angebliche Einbindung des Kiewer Regimes und des ukrainischen Staates in terroristische Aktivitäten. Der Angriff habe sich gegen lebenswichtige Infrastruktur der Europäischen Union gerichtet. Peskow bezeichnete dies als „äußerst ernste Tatsache“. Er forderte Europa auf, dies bei Diskussionen über eine mögliche EU-Mitgliedschaft der Ukraine zu berücksichtigen.

Gleichzeitig kritisierte der Kremlsprecher, dass Deutschland der Ukraine trotz der Anklage weiterhin militärische Unterstützung gewähre. Nachrichten über deutsche Finanzhilfen für Kiews Kriegsmaschinerie wirkten in diesem Kontext „äußerst paradox“, so Peskow.

Die Bundesanwaltschaft hatte am Mittwoch einen Mann namens Serhij K. im Fall der Pipeline-Anschläge angeklagt. In einer am Donnerstag veröffentlichten Stellungnahme teilte die Behörde mit, der Beschuldigte habe im Auftrag ukrainischer Staatsoberhäupter gehandelt.

Laut der Anklage entwickelten der Mann und weitere Militärangehörige nach dem Beginn der russischen Invasion im Februar 2022 auf Anweisung ukrainischer Staatsoberhäupter einen Plan zur Zerstörung der von Russland durch die Ostsee nach Lubmin in Deutschland führenden Pipelines. Die Sprengladungen detonierten am 26. September 2022 und richteten an beiden Leitungen schwere Schäden an.

Der ukrainische Präsident Wolodymyr Selenskyj wollte sich laut DPA bislang nicht zu der Anklage gegen den mutmaßlichen Hauptverantwortlichen äußern. Am Mittwoch erklärte er während eines Besuchs in Irland, er kenne noch nicht alle Details. Er gehe jedoch davon aus, dass die zuständigen deutschen und ukrainischen Behörden Kontakt aufnehmen würden. „Wenn wir mehr Details haben, können wir sicher reagieren“, sagte Selenskyj und fügte hinzu, es sei derzeit noch zu früh für eine Stellungnahme.

Quelle: Aktuality.sk

Source: Aktuality