Massiver Anstieg von QR-Code-Betrug in Deutschland

Deutsche Behörden registrieren einen Anstieg von QR-Code-Phishing um 146 Prozent. Verbraucherschützer beschlossen einen Aktionsplan gegen betrügerische Internet-Shops.

Massiver Anstieg von QR-Code-Betrug in Deutschland

Massiver Anstieg von QR-Code-Betrug in Deutschland

Zwischen Januar und März 2026 verzeichneten deutsche Sicherheitsbehörden einen sprunghaften Zuwachs von QR-Code-gestützten Phishing-Versuchen um 146 Prozent. Insgesamt stiegen betrügerische Internetangriffe zu Beginn des Jahres um 13,8 Prozent.

Auf der jüngsten Verbraucherschutzministerkonferenz in Potsdam verständigten sich Bund und Länder auf gemeinsame Maßnahmen gegen gefälschte Online-Shops. Vier Länder – Brandenburg, Hessen, Nordrhein-Westfalen und Thüringen – brachten ein beschleunigtes Abschaltverfahren ins Gespräch, das an das belgische System angelehnt ist. Derzeit verteilen sich die Befugnisse auf mehrere Stellen: Polizei, Gerichte, Bundesnetzagentur und das Bundesamt für Sicherheit in der Informationstechnik. Die Ressortchefs wollen diese Kompetenzen zusammenführen, um schneller gegen betrügerische Angebote vorgehen zu können.

Die Dimension des Problems ist erheblich: Die Verbraucherzentralen registrierten im vergangenen Jahr etwa 10.000 Beschwerden über Täuschung beim Online-Einkauf. Eine repräsentative Erhebung zeigte, dass bereits fast ein Viertel aller deutschen Internetnutzer Opfer entsprechender Straftaten wurde. Allein für Thüringen wurden Schäden durch Schein-Shops mit rund 600.000 Euro beziffert.

Die Kriminalität im Netz wird zunehmend professioneller. Die Polizei in Nordrhein-Westfalen nahm kürzlich auf Mallorca einen Mann fest, der als mutmaßlicher Chef eines Netzwerks von Täuschungsseiten gilt. Ihm wird vorgeworfen, etwa 1.000 Personen betrogen zu haben. Zudem sprengten internationale Fahnder kürzlich Dienstleistungsplattformen, über die Kriminelle für umgerechnet etwa 80 Euro tausende gefälschte Internetseiten erstellen konnten. Das US-Bundeskriminalamt warnte vor über 4.300 irreführenden Internetadressen, die im Kontext der bevorstehenden Fußball-Weltmeisterschaft 2026 entdeckt wurden.

Ein weiteres Warnsignal: Seit Februar dieses Jahres verzeichnen das Bundesamt für Verfassungsschutz und das IT-Sicherheitsamt verstärkte Angriffe auf Nutzer der Messenger-App Signal, darunter prominente Mitglieder des Bundestages. Die Täter verschaffen sich Zugang, indem sie Sicherheitscodes abgreifen oder fremde Geräte mit Konten verknüpfen.

Quelle: Börse Express

Source: Google News AT — Crime (de)