Deutsche Rechtsextremistin Liebichová aus Tschechien nach Deutschland überstellt
Die tschechische Polizei hat die festgenommene deutsche Rechtsextremistin Marla Svenja Liebichová nach Deutschland überstellt, wo sie eine Haftstrafe antreten muss.

Deutsche Rechtsextremistin Liebichová aus Tschechien nach Deutschland überstellt
Die tschechische Polizei hat am Mittwoch die inhaftierte deutsche Rechtsextremistin Marla Svenja Liebichová von der Untersuchungshaftanstalt in Litoměřice nach Deutschland überführt. Die Eskorte überschritt vor 10.00 Uhr die tschechisch-deutsche Grenze und übergab die 55-Jährige formal den deutschen Behörden. Das teilte die Polizei auf dem Netzwerk X mit.
Über die Auslieferung hatte im vergangenen Monat das Kreisgericht in Pilsen entschieden; das Oberlandesgericht in Prag bestätigte diese Entscheidung in der vergangenen Woche rechtskräftig. Liebichová hatte sich der Rückkehr in ihre Heimat widersetzt. Im Mai äußerte sie vor dem Pilsener Gericht Befürchtungen um ihre Sicherheit und Würde in einer deutschen Haftanstalt. Die Richterin wies diese Argumente als zweckdienlich zurück, wie Novinky.cz berichtet.
Ein Gericht in Halle verurteilte Liebichová im Jahr 2023 – damals noch als Mann namens Sven Liebich – wegen Volksverhetzung, Verleumdung, Beleidigung und Verletzung des Urheberrechts an Werken der bildenden Kunst zu eineinhalb Jahren Gefängnis. Nach einer behördlichen Geschlechtsänderung auf dem Standesamt sollte die Verurteilte ihre Strafe in einer Frauenhaftanstalt in Chemnitz antreten, erschien dort jedoch nicht. Im April dieses Jahres nahm die Polizei sie auf Grundlage eines europäischen Haftbefehls bei Aš im Chebgebiet fest.
Die Geschlechtsänderung durch Erklärung am Standesamt hatte in Deutschland eine Debatte über das Selbstbestimmungsgesetz ausgelöst. Nach Angaben der Agentur DPA wollen die Bundesländer Sachsen, Sachsen-Anhalt und Thüringen das Gesetz nun verschärfen, um dessen Missbrauch zu verhindern.
Source: Novinky.cz