Polizei durchsucht DFB-Zentrale im Korruptionsskandal um EM 2024
Über 150 Polizisten durchsuchten das Hauptquartier des Deutschen Fußball-Bundes sowie mehrere EM-Städte. Ermittelt wird wegen des Verdachts auf Bestechung im Zusammenhang mit der Fußball-Europameisterschaft 2024.

Polizei durchsucht DFB-Zentrale im Korruptionsskandal um EM 2024
Mehr als 150 Beamte haben am Mittwochmorgen das Hauptquartier des Deutschen Fußball-Bundes (DFB) in Frankfurt durchsucht. Die Razzia erfolgte im Rahmen einer breiten Ermittlung wegen Korruptionsverdachts, wie das auf Wirtschafts- und Finanzthemen spezialisierte Portal City A.M. berichtete.
Neben dem DFB-Sitz wurden auch mehrere Austragungsorte der Europameisterschaft 2024 sowie private Unternehmen in verschiedenen Teilen Deutschlands durchsucht. Den Ermittlern zufolge besteht der Verdacht, dass Stadtvertretern im Vorfeld des Turniers Vorteile wie Eintrittskarten, Reisen und Hotelunterkünfte angeboten wurden. Im Gegenzug sollten sie bei der Organisation der EM mitwirken.
Herbert Reul, Innenminister des bevölkerungsreichsten Bundeslandes Nordrhein-Westfalen, verurteilte das Vorgehen scharf. In öffentlichen Ämtern tätige Personen dürften derartige Zuwendungen nicht annehmen, betonte er. Die Polizei greife ein, wenn Beamte ihre Position ausnutzten, um persönliche Vorteile zu erlangen.
Die Untersuchung konzentriert sich auf zwei Personen mit Verbindungen zum EM-Organisationskomitee. Behörden vermuten, dass diesen Personen oder über sie an Stadtrepräsentanten unzulässige Vorteile gewährt wurden. Dazu gehörte dem Vernehmen nach der Zugang zu hochkarätigen Spielen, unter anderem dem Halbfinale zwischen Frankreich und Spanien.
Laut einer gemeinsamen Mitteilung von Polizei und Staatsanwaltschaft haben die Beschuldigten die Vorwürfe bislang nicht kommentiert. Sie gelten als unschuldig, bis ihre Schuld rechtskräftig festgestellt ist. Die Ermittlungen befinden sich noch in einem frühen Stadium, und über mögliche Anklagen ist noch nicht entschieden.
Der Vorfall reiht sich ein in eine Serie von Skandalen, die den DFB seit Jahren begleiten. Bereits 2015 war der damalige Präsident Wolfgang Niersbach zurückgetreten, nachdem Deutschland verdächtigt wurde, FIFA-Entscheider für die Vergabe der WM 2006 bestochen zu haben. Die aktuellen Enthüllungen verschärfen die Krise des Verbands zusätzlich.
Source: Hämeen Sanomat