Hamburger Beamtin wegen Hundebiss vor Gericht
Eine Hamburger Polizistin muss sich wegen eines schweren Hundebisses verantworten. Ihr Diensthund riss im Januar 2023 einen Mann auf einer Rückbank an.

Hamburger Beamtin wegen Hundebiss vor Gericht
Ein Prozess gegen eine 31 Jahre alte Polizistin hat am Dienstag vor dem Landgericht in der Hansestadt begonnen. Der Vorwurf: gefährliche Körperverletzung im Amt.
Im Januar 2023 griff ein Polizeihund einen 33-jährigen Mann an. Das Tier riss den Oberkörper und die Beine des Betroffenen. Dabei entstanden tiefe Wunden, einige davon knapp am Intimbereich. Im Krankenhaus mussten Ärzte Haut auf die verletzten Stellen übertragen.
Die Beamten hatten ein Auto verfolgt, das angeblich vorher einen Unfall verursacht und sich entfernt hatte. Als der Wagen stoppte, saß der Mann betrunken hinten. Nach Ansicht der Ermittler stellte er zu diesem Zeitpunkt keine körperliche Gefahr dar. Trotzdem soll die Polizistin den Schutz vom Maul des Tieres genommen und es zum Angriff angestachelt haben.
Die Staatsanwaltschaft in der Hansestadt meint, der Einsatz des Vierbeiners sei in dieser Lage nicht zu rechtfertigen gewesen. Die Anklagebehörde geht davon aus, dass der Hundeführerin klar gewesen sein müsse, dass keine Umstände vorlagen, die den Biss rechtfertigt hätten.
Die Rechtsvertreterin des Geschädigten, Alexandra Elek, nannte den Einsatz völlig eskaliert. Die Vorwürfe wegen des Unfalls und der anschließenden Flucht weist sie für ihren Mandanten zurück.
Solche Fälle, in denen eine Beschwerde über mutmaßliche Gewalt durch Polizisten tatsächlich vor Gericht landet, sind selten. Nach bundesweiten Zahlen werden nur zwei von hundert angezeigten Vorfällen verhandelt oder mit einem Bußgeld geahndet. In der Hansestadt melden Bürger jährlich zwischen 400 und mehr als 500 Beamte wegen Körperverletzung im Dienst. Die Zahl der Anklagen bleibt dabei im einstelligen Bereich.
Quelle: NDR
Source: Google News DE — Crime (de)