27-Jähriger wegen Mordes vor Gericht: Todesfahrt am Berliner Mauerweg

Ein 27-Jähriger steht in Potsdam vor Gericht, weil er mit einem Auto gezielt mehrere Menschen angefahren haben soll. Ein Radfahrer starb, weitere Personen wurden verletzt.

27-Jähriger wegen Mordes vor Gericht: Todesfahrt am Berliner Mauerweg

27-Jähriger wegen Mordes vor Gericht: Todesfahrt am Berliner Mauerweg

Vor dem Landgericht Potsdam hat am Donnerstag ein Verfahren gegen einen 27-jährigen Mann begonnen. Ihm wird zur Last gelegt, im September vergangenen Jahres mit einem Auto vorsätzlich auf vier Personen zugefahren zu haben. Ein 49-jähriger Radfahrer kam dabei ums Leben, andere überlebten mit zum Teil schweren Verletzungen.

Die Anklagebehörde wirft dem Angeklagten Mord vor. Die mutmaßliche Tat ereignete sich am frühen Morgen des 7. September 2024. Der Mann soll gemeinsam mit seinem 43-jährigen Cousin in dessen Fahrzeug gesessen haben. Im Verlauf der Fahrt eskalierte ein Streit. Der Jüngere soll den Fahrer geschlagen und gewürgt haben. Als dieser sich zu befreien versuchte, biss er ihm einen Teil eines Fingers ab. Daraufhin sprang der Cousin aus dem Auto.

Allein im Fahrzeug wechselte der 27-Jährige laut Anklage auf den Fahrersitz und raste entlang der Südgrenze von Berlin und Brandenburg. Zuerst soll er einen Fußgänger erfasst haben, der auf einen Grünstreifen geschleudert wurde und mehrere Knochenbrüche davontrug. Danach soll eine Frau vor den Wagen geraten und einige Meter mitgezogen worden sein. Sie erlitt schwere Wunden, überlebte jedoch. Ein dritter Mensch konnte durch einen Sprung zur Seite entkommen.

Schließlich soll der Beschuldigte einen Radfahrer angegriffen haben. Dieser habe den Angriff nicht kommen sehen, so die Anklage. Er wurde mit voller Wucht erfasst, über das Dach geschleudert und erlitt einen Riss der Hauptschlagader. Er verstarb noch am Tatort. Am Tag vor Prozessbeginn wäre er 50 Jahre alt geworden.

Bei der Eröffnung des Verfahrens wurde lediglich die Anklageschrift verlesen. Der Verteidiger gab an, sein Mandant wolle sich äußern. Eine Aussage des Angeklagten ist für den 10. Juli vorgesehen.

Eine zentrale Rolle im Prozess spielt die psychische Gesundheit des Mannes. Mediziner gehen von einer paranoiden Schizophrenie aus, die seine Fähigkeit zur Selbststeuerung zum Tatzeitpunkt möglicherweise vollständig ausgeschaltet hatte. Derzeit ist der 27-Jährige in einer psychiatrischen Einrichtung untergebracht. Die Staatsanwaltschaft hält eine dauerhafte Unterbringung in einem solchen Krankenhaus für das angemessene Vorgehen.

Quelle: DIE ZEIT / dpa-infocom

Source: Google News AT — Crime (de)