Berliner Elektriker wegen Serienvergewaltigungen angeklagt – 58 mutmaßliche Opfer
Ein 68-jähriger Elektriker aus Berlin steht vor Gericht, weil er Dutzende Frauen über Dating-Portale kennengelernt, betäubt und vergewaltigt haben soll. Die Staatsanwaltschaft zählt 58 mutmaßliche Opfer.

Berliner Elektriker wegen Serienvergewaltigungen angeklagt – 58 mutmaßliche Opfer
Die Berliner Staatsanwaltschaft hat Anklage gegen einen 68 Jahre alten Elektriker erhoben. Der Mann soll zwischen 2016 und 2022 in der deutschen Hauptstadt zahlreiche Frauen mit Schlaftabletten und Alkohol betäubt, vergewaltigt und heimlich gefilmt haben, berichtet France Info.
Die Ermittler werfen dem Rentner 22 schwere Vergewaltigungen vor, dazu kommen schwere Körperverletzung und Verletzung des Persönlichkeitsrechts durch das heimliche Filmen. Die mutmaßlichen Taten ereigneten sich über einen Zeitraum von sechs Jahren in Berlin.
Der Fall flog auf, nachdem die Polizei in Verden an der Aller in Niedersachsen Anfang 2025 gegen einen anderen Mann ermittelte, der ähnliche Straftaten begangen haben soll. Dieser Verdächtige war bereits verstorben. Bei der Durchsuchung seines Telefons fanden die Beamten Chat-Verläufe mit dem Berliner. Daraufhin leiteten sie die Ermittlungen gegen den Elektriker ein.
Am 21. März 2025 durchsuchten die Behörden erstmals die Wohnung des Beschuldigten. Sie suchten nach pornografischem Material. Obwohl sie zunächst keine Beweise für schwerere Delikte fanden, beschlagnahmten sie Computer und Datenträger. Bei einer späteren Auswertung der Festplatten im Februar 2026 stießen die Ermittler auf zahlreiche Videos, die sexuelle Übergriffe zeigen, die höchstwahrscheinlich vom Angeklagten begangen wurden. Am 3. März 2026 nahm die Polizei den Mann fest. Seitdem sitzt er in Untersuchungshaft.
Insgesamt geht die Staatsanwaltschaft von 58 mutmaßlichen Opfern aus. 14 Frauen hatten sich an die Taten nicht erinnern können und erfuhren erst durch die Ermittler von den Übergriffen, als man sie über die Videos informierte. 10 weitere Frauen auf den Aufnahmen konnten bisher nicht identifiziert werden. Bei 30 weiteren Frauen laufen die Ermittlungen noch. 36 weitere Vergewaltigungsverdachtsfälle aus den Jahren 2010 bis 2014 mussten die Behörden einstellen, weil sie nach deutschem Recht verjährt sind.
Die Anklagebehörde fordert eine Verurteilung und den Verbleib des Mannes in Untersuchungshaft. Es gebe bislang keine Anhaltspunkte für eine geminderte oder gar ausgeschlossene Schuldfähigkeit. Der Beschuldigte habe sich zu den Vorwürfen nicht geäußert.
Source: France Info