Ehemann inszeniert Drogenfund, um Nebenbuhler zu belasten
Ein DHL-Angestellter aus Bayern manipulierte ein Paket mit Rauschgift, um den Geliebten seiner Frau bei der Polizei anzuzeigen. Das Amtsgericht Augsburg verhängte eine Haftstrafe zur Bewährung.

Ehemann inszeniert Drogenfund, um Nebenbuhler zu belasten
Mehr als 25 Gramm einer weißen Substanz samt handschriftlicher Nachricht – damit wollte ein 37-Jähriger in Schwaben einen Rivalen aus dem Weg räumen. Der Beschuldigte arbeitete als Sicherheitskraft bei einem Paketdienst und nutzte diese Position für eine Racheaktion.
Als der Mann im Sommer erfuhr, dass seine Gattin fremdging, soll er dem Konkurrenten eine Warnung ausgesprochen haben. Kurz darauf fiel ihm angeblich bei der Arbeit ein verdächtiges Päckchen auf. Er gab an, darin Betäubungsmittel gefunden zu haben, und alarmierte die Beamten. Die Ermittler nahmen daraufhin das angebliche Zielobjekt ins Visier.
Die Strategie zeigte vorübergehend Wirkung: Die außereheliche Beziehung zerbrach, und das Paar fand zueinander zurück. Doch der Betroffene erstattete seinerseits Anzeige wegen Bedrohung. Die Fahnder wechselten die Spur und stießen auf den Ehegatten. Bei einer Durchsuchung seiner Wohnung entdeckten sie den Text, der auch im vermeintlichen Drogenpaket enthalten gewesen war.
Die Staatsanwaltschaft warf dem Angeklagten vor, mit "hoher krimineller Energie" vorgegangen zu sein. Vor dem Augsburger Amtsgericht räumte der Familienvater die Manipulation ein. Seine Verteidigung führte an, er habe unter emotionalem Stress gehandelt und lediglich die Ehe retten wollen.
Die Richterin verhängte eine Freiheitsstrafe von 18 Monaten, die zur Bewährung ausgesetzt wurde. Sie wies darauf hin, dass das Material einen ungewöhnlich niedrigen Reinheitsgrad aufwies – andernfalls hätte es womöglich härtere Konsequenzen gegeben. Der Verurteilte verlor seine Anstellung beim Logistikunternehmen. Die Herkunft der Substanz blieb ungeklärt.
Quelle: Bild
Source: BILD