Zollbeamter und Polizist wegen Drogenhandel im Darknet in Untersuchungshaft
Ein Zollbeamter aus Bad Zwischenahn und ein Polizist aus Oldenburg stehen im Verdacht, über 1.000 Drogengeschäfte im Darknet abgewickelt zu haben.

Über 500.000 Euro Umsatz: Vier Beschuldigte nach Darknet-Drogenhandel festgenommen
Ein Zollbeamter aus Bad Zwischenahn und ein Polizeibeamter aus Oldenburg stehen im Mittelpunkt eines Drogenermittlungsverfahrens in Niedersachsen. Wie ndr.de berichtet, sollen vier Beschuldigte im Alter zwischen 31 und 37 Jahren mehr als 1.000 Drogengeschäfte mit einem Gesamtumsatz von mindestens 500.000 Euro abgewickelt haben.
Am Mittwoch wurden der Zollbeamte sowie zwei weitere mutmaßliche Haupttäter festgenommen und in Untersuchungshaft genommen. Der ebenfalls beschuldigte Polizeibeamte ist zunächst auf freiem Fuß; ihm wird Beihilfe vorgeworfen.
Die Generalstaatsanwaltschaft und die Polizei Oldenburg werfen den Hauptverdächtigen gewerbs- und bandenmäßiges unerlaubtes Handeltreiben mit Betäubungsmitteln in nicht geringer Menge vor. Ein Sprecher der Staatsanwaltschaft erklärte gegenüber NDR Niedersachsen, den Beschuldigten drohe eine Freiheitsstrafe von bis zu 15 Jahren. Woher die Drogen stammten – möglicherweise aus Beschlagnahmungen – sei noch Gegenstand der Ermittlungen. Ob weitere Personen beteiligt seien, ließ der Sprecher offen.
Bei einem groß angelegten Einsatz durchsuchten Ermittler zehn Wohn- und Bürogebäude in Oldenburg, Bad Zwischenahn, Wilhelmshaven und Hamburg, darunter auch unter Beteiligung von Spezialeinheiten. Sichergestellt wurden laut Staatsanwaltschaft Datenträger, Kommunikationsmittel sowie mehrere Kilogramm Rauschgift: rund 2 Kilogramm Haschisch, 8 Kilogramm Cannabis und 11 Kilogramm Amphetamine. Darüber hinaus wurden eine hohe fünfstellige Bargeldsumme und hochwertige Uhren beschlagnahmt.
Den Ermittlungen zufolge soll der Zollbeamte zwischen Februar 2019 und April 2026 die Drogen beschafft und in einem Lager im Raum Bad Zwischenahn gelagert haben. Ein weiterer Hauptbeschuldigter aus Bad Zwischenahn soll für Verpackung und Versand zuständig gewesen sein, ein dritter für die Zahlungsabwicklung. Der beschuldigte Polizeibeamte soll Lagerräume zur Verfügung gestellt haben. Verkauft wurden unter anderem Cannabis, Amphetamin und Kokain – über illegale Handelsplattformen im Darknet sowie über Messengerdienste, international ausgerichtet.
Die Zentrale Kriminalinspektion Oldenburg ermittelt gegen den 49-jährigen Polizeibeamten zusätzlich wegen Geldwäsche.
Source: Google News AT — Crime (de)