Waffenhandel in Remscheid: Mitangeklagter räumt Vorwürfe vor Gericht ein

Ein 35 Jahre alter Mann hat vor dem Landgericht Wuppertal eingeräumt, bei illegalen Geschäften mit einem gewaltigen Waffenlager mitgemacht zu haben. Die Polizei hatte in einem Haus in der Remscheider Innenstadt Hunderte Schusswaffen und fast 100.000 Schuss Munition sichergestellt.

Waffenhandel in Remscheid: Mitangeklagter räumt Vorwürfe vor Gericht ein

Waffenhandel in Remscheid: Mitangeklagter räumt Vorwürfe vor Gericht ein

Vor dem Landgericht Wuppertal hat ein 35-jähriger Beschuldigter die gegen ihn gerichteten Anschuldigungen anerkannt. Sein Rechtsbeistand gab zu Protokoll, dass die Anklage in den wesentlichen Punkten zutrifft. Der junge Mann soll als Helfer bei der Weitergabe von Kriegswaffen fungiert haben, die aus einem Depot in Remscheid stammten.

Der mutmaßliche Drahtzieher ist ein 60 Jahre alter Automechaniker. In dessen Gebäudekomplex in der Stadtmitte hatten Beamte im vergangenen Herbst bei einer groß angelegten Razzia einen der größten Waffenfunde der vergangenen Jahrzehnte gemacht. Insgesamt bargen die Fahnder etwa 300 einsatzbereite Feuerwaffen. Die Sammlung umfasste 125 vollautomatische Gewehre, 67 Maschinenpistolen, 51 Handfeuerwaffen, 32 Gewehre mit langem Lauf, elf Revolver und dreizehn Panzerabwehrwaffen. Außerdem stießen sie auf 38 Splittergranaten und beinahe 100.000 Patronen.

Die Verstecke waren äußerst raffiniert angelegt. Manche Bereiche waren hinter unsichtbaren Türen verborgen, die sich nur über geheime Mechanismen öffnen ließen. Andere Lagerstätten lagen hinter Ausstellungsvitrinen oder Trennwänden. Ein besonders gut getarnter Raum mit 29 Maschinengewehren und drei Panzerbüchsen wurde erst aufgespürt, nachdem der Hauptverdächtige ihn den Ermittlern verriet.

Zunächst waren die Fahnder auf eine Art Privatmuseum gestoßen, in dem Uniformen, Fotos und Militaria aus der NS-Zeit präsentiert wurden. Dahinter verbargen sich jedoch die strafbaren Bestände. Im Untergeschoss fanden die Beamten außerdem eine Werkstatt mit Gerätschaften, mit denen alte, harmlose Waffen möglicherweise wieder funktionsfähig gemacht worden waren.

Nach Darstellung der Anklage lieferte der 60-Jährige einem 38-jährigen Mittelsmann sechs Maschinenpistolen und einen Revolver inklusive Munition. Dieser gab einen Teil der Lieferung zusammen mit dem 35-Jährigen an Abnehmer weiter. Durch verdeckte Ermittler war der Deal aufgeflogen, woraufhin das Trio auf der A1 festgenommen wurde.

Ein Zeuge aus Polen bestätigte den Handel mit Kriegswaffen. Die Fahnder gehen davon aus, dass die Käufer aus dem organisierten Verbrechen kamen.

Der vorsitzende Richter nannte bei umfassendem Geständnis folgende Strafrahmen: sieben bis acht Jahre für den Hauptangeklagten, zwischen drei Jahren und drei Monaten sowie vier Jahren für den 38-Jährigen und zwei bis drei Jahre für den 35-Jährigen. Die Verhandlung setzt sich am 15. Juli fort.

Quelle: n-tv

Source: n-tv