Nord-Stream-Sabotage: Ukrainer angeklagt – Ermittler sprechen von erdrückenden Beweisen
Die Bundesanwaltschaft in Deutschland hat einen ukrainischen Mann wegen des Anschlags auf die Nord-Stream-Pipelines im September 2022 angeklagt. Die Medien berichten von belastenden Telefonaten und Handyspuren.

Nord-Stream-Sabotage: Ukrainer angeklagt – Ermittler sprechen von erdrückenden Beweisen
Die Bundesanwaltschaft in Deutschland hat einen Mann wegen der Sprengung der beiden Nord-Stream-Gaspipelines im September 2022 formell angeklagt. Dem Verdächtigen wird vorgeworfen, eine Explosion verursacht zu haben, die zivile Energieinfrastruktur zerstörte. Das bestätigte die Kanzlei, die den Mann verteidigt, wie Le Quotidien berichtet.
Nach Angaben deutscher Medien handelt es sich um einen Staatsbürger der Ukraine, der das Kommando geführt haben soll, das den Anschlag auf die unterseeischen Leitungen in der Ostsee ausführte. Die öffentlich-rechtliche Sendeanstalt ARD, die Süddeutsche Zeitung und das Wochenmagazin Die Zeit berichten übereinstimmend, dass der Beschuldigte das Segelboot gechartert habe, von dem aus die Sabotage durchgeführt wurde.
Derselbe Ukrainer war bereits am 21. August 2025 in Italien festgenommen und im September von dort nach Deutschland ausgeliefert worden. Er nennt sich Sergei Kusnezow und gab an, zum Zeitpunkt der Tat bis 2023 Kommandant der ukrainischen Armee gewesen zu sein. Er behauptet, während des Anschlags in der Ukraine gewesen zu sein.
Die gegen ihn gesammelten Indizien bewerten die Medien als belastend. Der Mann soll mit Vertrauten über die Attentate telefoniert haben. Auf seinem Mobiltelefon fanden die Ermittler zudem Hinweise, die seine Beteiligung nahelegen.
Am 26. September 2022, sieben Monate nach dem russischen Überfall auf die Ukraine, ereigneten sich vier gewaltige Gaslecks an den Pipelines Nord Stream 1 und 2. Sie waren von Unterwasserexplosionen ausgelöst worden und traten innerhalb weniger Stunden auf. Die Leitungen transportierten den Großteil des russischen Gases nach Europa.
Deutschland, Schweden und Dänemark hatten getrennte Ermittlungen eingeleitet. Die skandinavischen Staaten schlossen ihre Verfahren 2024. Die deutschen Fahnder entdeckten an Bord des Segelboots Spuren eines militärischen Sprengstoffgemischs. Diese Spur führte sie bis zum Ukrainer.
Der Prozess soll in Hamburg stattfinden, wo der Angeklagte derzeit in Untersuchungshaft sitzt.
Source: Le Quotidien