Staatsanwälte: Ukrainische Behörden ordneten Nord-Stream-Sabotage an – Prozess im Herbst in Deutschland

Nach Angaben deutscher Staatsanwälte ordneten ukrainische Staatsbehörden die Sabotage der Nord-Stream-Gaspipelines im September 2022 an. Gegen einen ukrainischen Mann wurde Anklage erhoben, der Prozess soll im Herbst beginnen.

Staatsanwälte: Ukrainische Behörden ordneten Nord-Stream-Sabotage an – Prozess im Herbst in Deutschland

Staatsanwälte: Ukrainische Behörden ordneten Nord-Stream-Sabotage an – Prozess im Herbst in Deutschland

Deutsche Staatsanwälte veröffentlichten am Donnerstag eine Erklärung mit Details zur Sprengung der Nord-Stream-Gaspipelines. Ihrer Ansicht nach ordneten ukrainische Staatsbehörden die Sabotage an.

Bereits am Mittwoch hatten die Staatsanwälte bestätigt, dass in Deutschland Anklage gegen eine Person im Zusammenhang mit der Sprengung der Ostsee-Pipelines erhoben wurde. Es handelt sich um einen Ukrainer, dem ein Angriff auf zivile Energieinfrastruktur vorgeworfen wird.

Laut der Erklärung der Staatsanwälte handelten der Mann und sein Komplize, die beide im Dienst der ukrainischen Armee stehen, auf Anweisung ukrainischer Behörden. Dem Angeklagten wird vorgeworfen, eine Sabotagegruppe angeführt zu haben, zu der Berufsfahrer, ein Kapitän und Sprengstoffexperten gehörten.

Die Explosionen, die drei von vier Pipelines beschädigten, ereigneten sich im September 2022 in den Gewässern der dänischen und schwedischen Wirtschaftszonen. Die Nord-Stream-Pipelines transportieren Gas von Russland nach Europa.

Nach Angaben der Staatsanwälte charterte die Gruppe eine Yacht im Ostseehafen Rostock in Deutschland unter Verwendung gefälschter Ausweise. Mit dem Schiff transportierten sie große Mengen militärtauglichen Sprengstoffs in internationalen Gewässern in die Nähe der dänischen Insel Bornholm. Anschließend befestigten sie Sprengstoff und einen Zeitzünder an den Rohren. Die Explosion wurde vier Tage später ausgelöst.

Laut der am Donnerstag abgegebenen Erklärung planten der Angeklagte und andere ukrainische Soldaten den Anschlag, um Russland daran zu hindern, Gaseinnahmen für seinen Kriegshaushalt zu erzielen.

Der Ukrainer wurde im August 2025 in Rimini in Italien festgenommen. Er wurde im November von Italien nach Deutschland ausgeliefert und dort in Untersuchungshaft genommen, verdächtigt der Leitung der Operation. Seither sitzt er in Hamburg in Untersuchungshaft. Der Prozess soll im Herbst beginnen.

Nach Angaben der deutschen Zeitung Die Zeit arbeitete der Verdächtige früher für den ukrainischen Sicherheitsdienst SBU. Zum Zeitpunkt der Sprengoperation war er laut der Zeitung Soldat der ukrainischen Streitkräfte.

Im vergangenen Jahr wurde in Polen ebenfalls ein Ukrainer festgenommen, der der Nord-Stream-Sabotage verdächtigt wurde. Ein polnisches Gericht lehnte im Herbst den deutschen Auslieferungsantrag ab.

Quelle: Hämeen Sanomat

Source: Hämeen Sanomat