Sechs Tote bei Schießerei in Norddeutschland – Verdächtiger in Sorgerechtsstreit verwickelt

Bei einem Schusswaffenangriff in Stade nahe Hamburg kamen am Montag sechs Erwachsene ums Leben. Die Polizei nahm zwei Personen fest, darunter den mutmaßlichen Täter.

Sechs Tote bei Schießerei in Norddeutschland – Verdächtiger in Sorgerechtsstreit verwickelt

Sechs Tote bei Schießerei in Norddeutschland – Verdächtiger in Sorgereitsstreit verwickelt

Am Montag ereignete sich in der niedersächsischen Stadt Stade, westlich von Hamburg, ein tödlicher Schusswaffenangriff, bei dem sechs Menschen ihr Leben verloren. Die Ermittler nahmen zwei Personen in Gewahrsam, unter ihnen befindet sich der vermutliche Schütze.

Die Hintergründe der Tat waren zunächst unklar. Wie das Nachrichtenmagazin Der Spiegel unter Berufung auf eigene Quellen berichtete, deutet jedoch vieles auf einen privaten Konflikt hin – politische oder extremistische Beweggründe schlossen die Recherchen weitgehend aus.

Die genaue Rolle der zweiten festgenommenen Person blieb zunächst undurchsichtig, teilte ein Polizeisprecher der Nachrichtenagentur Reuters mit. Weitere Verdächtige seien nicht auf freiem Fuß.

Sämtliche Getöteten waren laut Behörden volljährig. Zuerst hatte die deutsche Presse von vier Frauen und einem Mann berichtet, doch später korrigierte die Polizei die Angaben: Insgesamt starben vier Frauen und zwei Männer in einem Krankenhaus an ihren Verletzungen.

Der Vorfall spielte sich im Stadtzentrum von Stade ab, unweit einer Einrichtung für junge Menschen. Die Stadt hat etwa 50.000 Einwohner. Zunächst forderte die Polizei die Öffentlichkeit auf, den Bereich weiträumig zu meiden, gab aber später Entwarnung.

Auf einem von der Boulevardzeitung Bild verbreiteten Video war zu sehen, wie ein Auto mit einem beschädigten rechten Vorderreifen an einer baumbestandenen Straße zum Stehen kam. Bewaffnete Beamten eilten herbei und zwangen zwei Insassen, sich mit dem Gesicht nach unten auf den Boden zu legen.

Bei einer Pressekonferenz präzisierten die Ermittler, dass der mutmaßliche Täter in einen Streit um das Sorgerecht für seine drei Monate alte Tochter verstrickt war. Die Opfer – vier Frauen und zwei Männer – arbeiteten in der betroffenen Jugendhilfeeinrichtung. Das Kleinkind und seine Mutter hielten sich während der Tat in einem Büro auf und blieben unverletzt.

Massenschießereien sind in Deutschland vergleichsweise selten, dennoch gab es in den vergangenen Jahren mehrere Aufsehen erregende Fälle. 2023 erschoss ein bewaffneter Mann in einem Königreichssaal der Zeugen Jehovas in Hamburg sechs Menschen und nahm sich anschließend selbst das Leben. 2016 tötete ein 18-Jähriger mit deutscher und iranischer Herkunft in München mindestens neun Personen.

Quelle: ERR

Source: ERR