Berlin: Angeklagter soll Bruder aus forensischer Klinik befreit haben

Ein 23-Jähriger aus der Berliner Remmo-Familie steht vor Gericht, weil er einen Befreiungsversuch seines Bruders aus einer forensischen Einrichtung geplant haben soll.

Berlin: Angeklagter soll Bruder aus forensischer Klinik befreit haben

Berlin: Angeklagter soll Bruder aus forensischer Klinik befreit haben

Ein 23-jähriger Mann aus der Remmo-Familie muss sich vor dem Berliner Landgericht verantworten. Ihm wird vorgeworfen, im Dezember 2023 einen Ausbruch seines älteren Bruders aus dem Krankenhaus des Maßregelvollzugs in Buch organisiert zu haben.

Die Staatsanwaltschaft geht davon aus, dass der Beschuldigte gemeinsam mit mehreren Helfern in der Nacht zum 20. Dezember das Gelände der forensischen Klinik angriff. Die Gruppe sei maskiert und mit Werkzeug wie einem Trennschleifer ausgerüstet gewesen. Zwei Umzäunungen seien zerstört und eine Tür aufgehebelt worden. Der Schaden liegt bei über 1.500 Euro.

Kurz vor Erreichen des Zimmerfensters des Bruders löste sich ein Alarm. Die Eindringlinge mussten unverrichteter Dinge fliehen und ließen auf einer Wiese Ausrüstung zurück. An einem der Gegenstände fand die Spurensicherung später genetisches Material des Angeklagten.

Ein Streifenbeamter berichtete vor Gericht, er habe vor dem Klinikgelände einen hellen BMW gesehen. Der Fahrer trug eine Kopfbedeckung und gab Gas, sobald er die Polizei erblickte. Die notierten Nummernschilder stammten jedoch von anderen Fahrzeugen.

Im Zimmer des inhaftierten Bruders entdeckten Einsatzkräfte Bargeld und zwei unerlaubte Mobiltelefone. Eines davon steckte in einer Socke. Der Häftling soll gegenüber den Beamten geäußert haben, dass solche Aktionen meist erfolgreich verliefen. Er verwies außerdem auf Netflix-Serien über Gefängnisausbrüche.

Der 23-Jährige äußerte sich vor Gericht nicht zu den Anschuldigungen. Die Beweisaufnahme wird Mitte Juni fortgesetzt. Bereits im Frühjahr waren zwei Remmo-Brüder wegen Brandstiftungen an JVA-Fahrzeugen verurteilt worden, die Urteile sind jedoch noch nicht bestandskräftig. Quelle: Bild

Source: BILD