Prozess in Rostock: Gina H. wegen Mordes an Fabian (8) vor Gericht
Eine 30-Jährige steht in Mecklenburg-Vorpommern wegen des Todes eines achtjährigen Jungen vor dem Schwurgericht. Die Anklage wirft ihr Heimtücke und niedrige Beweggründe vor.

Prozess in Rostock: Gina H. wegen Mordes an Fabian (8) vor Gericht
Im Saal 2.002 des Landgerichts Rostock hat der Schwurgerichtsprozess gegen eine 30-jährige Frau begonnen, die für den Tod des achtjährigen Fabian aus Güstrow verantwortlich sein soll. Die Anklagebehörde wirft Gina H. vor, das Kind unter einem Vorwand aus seiner Wohnung gelockt, mit mehreren Klingenstichen getötet und die sterblichen Überreste mit Brennflüssigkeit entzündet zu haben.
Nach Darstellung der Ermittler soll die Tat aus niederen Gründen erfolgt sein. Die Frau stand in einer Beziehung zu Fabians Erzeuger. Ein laufender Konflikt mit ihm soll sie dazu getrieben haben, das Leben des Jungen zu beenden – in der Hoffnung, die Partnerschaft wiederherstellen und damit verbundene finanzielle Vorteile erhalten zu können.
Die Beschuldigte selbst hatte den Fund des Leichnams am 14. Oktober 2025 bei einer Wasserstelle nahe Klein Upahl der Polizei gemeldet. Sie behauptete, zufällig auf den Körper gestoßen zu sein. Etwa vierzehn Tage später erfolgte die Festnahme. Ein Journalist von RTL.de hatte sie bereits vor der Haftnahme an ihrem Wohnort in Reimershagen besucht, wo sie ein Interview strikt ablehnte.
Während der Verhandlung tritt die Angeklagte mit Fußfesseln auf. Sie gibt ihre Personalien mit kaum hörbarem Flüsterton an. Ihre Verteidiger verzichteten zunächst auf eine Stellungnahme. Prozessbeobachter beschreiben ihr Verhalten als distanziert und gleichgültig. Während die Mutter des Opfers mehrfach in Tränen ausbrach, soll Gina H. gelangweilt gewirkt haben. Selbst bei der Präsentation von Beweisbildern oder emotionalen Zeugenberichten habe sie sich in ihre Unterlagen vertieft, statt zuzuhören.
Besonders brisant: Als der Vater des Jungen zur Vernehmung erschien, soll sie ihm zugelächelt haben. Im Laufe der Verhandlung räumte er ein, die Beziehung zu der mutmaßlichen Täterin wieder aufgenommen zu haben.
Die Unschuldsvermutung gilt bis zu einem rechtskräftigen Urteil.
Source: Google News LU DE