Groß angelegter Kraftstoffbetrug: Polnische Bande soll 100 Millionen Euro Steuern hinterzogen haben
Deutsche Behörden durchsuchten eine Villa in Brandenburg im Rahmen der Operation „Wasser in Wein". Eine kriminelle Gruppe soll seit November 2023 Schmieröl als Kraftstoff verkauft haben, der über Polen nach Deutschland geschmuggelt wurde. Der Staat entgingen dadurch Steuern in Höhe von über 135 Mill

Groß angelegter Kraftstoffbetrug: Polnische Bande soll 100 Millionen Euro Steuern hinterzogen haben
Im Rahmen der weitreichenden Ermittlungen unter dem Namen „Wasser in Wein" durchsuchten deutsche Ermittler am Mittwoch eine Villa in Wildenbruch im brandenburgischen Landkreis. Die Aktion erfolgte auf Anordnung der Europäischen Staatsanwaltschaft.
Die Beamten stürmten das Gebäude und brachen die Türen auf. Aus ermittlungstaktischen Gründen gaben die Behörden keine Auskunft darüber, ob bei der Razzia Personen festgenommen oder Beweismittel sichergestellt wurden.
Die Ermittlungen konzentrieren sich auf einen groß angelegten Kraftstoffbetrug, bei dem auch polnische Spuren eine Rolle spielen. Den Ermittlern zufolge wurde in Deutschland illegal verkaufter Kraftstoff über die Grenze aus Polen geschmuggelt. Die Verdächtigen sollen laut Zollerklärungen Schmieröle über die polnische Grenze transportiert haben. Anschließend wurden die Stoffe in Deutschland umgeladen und als Diesel verkauft.
Der Betrug soll sich über einen Zeitraum von zwölf Monaten erstreckt haben – von November 2023 bis November 2024. Die kriminelle Organisation operierte den Erkenntnissen nach nicht nur in Deutschland und Polen, sondern auch in Belgien, der Slowakei, Ungarn, Litauen und Lettland. Der genaue Ursprung des geschmuggelten Kraftstoffs ist bislang unbekannt.
Bereits im Juni 2025 nahmen die Behörden zwei Personen fest, die der Mitgliedschaft in der kriminellen Vereinigung verdächtigt werden. Im März wurde Anklage gegen sechs weitere Verdächtige erhoben, die in den Betrug verwickelt sein sollen. Ihnen drohen Haftstrafen von bis zu zehn Jahren.
Der deutsche Staat erlitt durch den illegalen Handel erhebliche finanzielle Verluste. Allein die ausgebliebenen Umsatzsteuern belaufen sich auf 45 Millionen Euro. Hinzu kommen über 90 Millionen Euro an nicht gezahlter Verbrauchsteuer auf Energieerzeugnisse.
Quelle: Interia (https://wydarzenia.interia.pl/zagranica/news-sprzedawali-nielegalne-paliwo-w-niemczech-transport-szedl-pr,nId,23504758)
Source: Interia