Zuschauer aus Dortmunder Gerichtssaal geworfen – Mädchen beschimpften Staatsanwalt
Im Prozess gegen die „Knappi-Gang" beschimpften zwei Mädchen den Staatsanwalt als „Bastard". Der Richter schloss daraufhin die Öffentlichkeit aus.

Eklat im „Knappi-Gang"-Prozess: Richter schließt Öffentlichkeit aus
Im Dortmunder Landgericht kam es am Mittwoch zu einem Zwischenfall, der den laufenden Prozess gegen sechs junge Männer überschattete. Staatsanwalt Golo Osthoff (43) berichtete zu Beginn der Verhandlung, er sei nach der vorangegangenen Sitzung von Rechtsreferendarinnen auf Aussagen aus dem Zuschauerraum hingewiesen worden. Laut BILD habe er demnach wiederholt als „Bastard" oder „Scheißbastard" bezeichnet worden sein – verbunden mit der Aufforderung, er solle „die Fresse halten", und der Ankündigung, er werde „schon sehen, was er davon hat". Osthoff erklärte, sich von solchen Drohungen und Verleumdungen nicht einschüchtern zu lassen.
Anschließend kam es zu einer Gegenüberstellung im Zuschauerbereich. Begleitet von Justizwachtmeistern identifizierten Zeuginnen zwei Jugendliche: Daria und Nadine mussten aufstehen. Beide entschuldigten sich und sagten, die Worte seien ihnen „rausgerutscht". Osthoff nahm die Entschuldigung an, beantragte jedoch eine Geldstrafe – je 200 Euro pro Person. Bei Nichtzahlung drohen jeweils zwei Tage Haft.
Im Anschluss ordnete die Kammer unter dem Vorsitzenden Richter Tim Wroblewski (49) den Ausschluss der Öffentlichkeit für den weiteren Prozessverlauf an. Sämtliche Zuschauer mussten den Saal verlassen – darunter auch Journalisten. BILD befragte die beiden Mädchen danach. Daria sagte: „Das war peinlich und es tut uns wirklich leid. Wir sind mit den Angeklagten befreundet, es ist wirklich schwer zu ertragen, wenn da Sachen gesagt werden, die nicht stimmen."
Seit Mai steht die sogenannte „Knappi-Gang" vor dem Landgericht. Die Gruppe, die sich häufig am Knappschaftskrankenhaus traf, soll am 14. August 2025 eine andere Personengruppe überfallen haben. Hauptverdächtiger Faiz (20) soll dabei wiederholt auf ein am Boden liegendes Opfer eingetreten haben – ein Bekannter filmte den Vorfall. SEK-Beamte nahmen die sechs Beschuldigten im Dezember fest. Den Opfern gelang es, mit schweren Verletzungen zu überleben.
Den Angeklagten droht eine Verurteilung wegen gemeinschaftlichen versuchten Totschlags. Zusätzliche Brisanz erhielt der Fall, als Faiz während der Untersuchungshaft erfuhr, dass sein Vater in Dortmund von anderen Schlägern totgetreten worden war.
Source: BILD