Fall Fabian: Zeuge berichtet über nächtliche Suche am Tümpel

Ein Bekannter der Angeklagten Gina H. hat vor dem Landgericht Rostock ausgesagt, dass sie ihn nachts zu einem Tümpel führte, wo er vermutlich die Leiche des achtjährigen Fabian entdeckte.

Fall Fabian: Zeuge berichtet über nächtliche Suche am Tümpel

Vor dem Landgericht Rostock hat ein Bekannter der Angeklagten Gina H. über eine nächtliche Begegnung berichtet, die für den Mordprozess von zentraler Bedeutung sein könnte. Der Mann gab an, dass die 30-Jährige ihn gezielt zu einem Tümpel bei Klein Upahl geführt habe, wo er später vermutlich die sterblichen Überreste des achtjährigen Fabian aus Güstrow wahrnahm, berichtet T-Online.

Der Zeuge hatte sich vier Wochen lang intensiv mit seiner Nachbarin Gina H. ausgetauscht. Am 14. Oktober des vergangenen Jahres begleitete er sie auf eine angebliche Suchaktion nach dem vermissten Jungen. Dabei nutzte er eine Wärmebildkamera, die die Angeklagte angefragt hatte. Zunächst fand der Hobby-Jäger nichts Verdächtiges im Wald. Erst als Gina H. ihn von einem Feldweg aus direkt zum Gewässer dirigierte, entdeckte er im Dunkeln zwei dunkle Formen, die er zunächst für Rohre hielt.

Erst nach mehrfachem Nachfragen durch die Verteidigung räumte der Zeuge ein, dass es sich bei den Gegenständen möglicherweise um Arme oder Beine gehandelt haben könnte. Mit dem Mittelfinger tippte er daran, um die Konsistenz zu prüfen. Wenige Meter entfernt stand Gina H. mit ihrer Handytaschenlampe und soll gesagt haben: "Da ist was" oder "Da ist er."

Der Zeuge fühlte sich nach eigener Aussage instrumentalisiert. Er vermutete vor Gericht, dass die Angeklagte ihn absichtlich zur Fundstelle gelotst habe, um seine Spuren am Tatort zu hinterlassen. Kurz nach der Entdeckung brach er den Kontakt zu Gina H. ab. Er gab zu, es sei ein Fehler gewesen, nicht sofort zur Polizei zu gehen.

Die Ermittler gehen davon aus, dass Gina H. den Jungen aus der Wohnung seiner Mutter in Güstrow gelockt, nach Klein Upahl gefahren und dort erstochen habe. Die Leiche soll sie anschließend angezündet haben. Als Motiv vermutet die Staatsanwaltschaft, dass sie den Jungen als Hindernis für eine mögliche Rückkehr zu dessen Vater betrachtete, von dem sie sich im August 2025 getrennt hatte.

Bemerkenswert ist laut Zeugenaussage, dass Gina H. am Vormittag des mutmaßlichen Tattags, dem 10. Oktober, für eine gewisse Zeit nicht erreichbar war. Die Staatsanwaltschaft vermutet, dass in diesem Zeitraum die Tat begangen wurde.

Source: Google News LU DE