Iranische Agenten vor Gericht: Mordplan auf Volker Beck per Handschlag besiegelt

Zwei mutmaßliche Iran-Agenten stehen in Hamburg vor Gericht – sie sollen Attentate auf jüdische Einrichtungen und prominente Israel-Unterstützer geplant haben.

Iranische Agenten vor Gericht: Mordplan auf Volker Beck per Handschlag besiegelt

Terrorprozess in Hamburg: Geplante Anschläge auf Beck und Schuster

Vor dem Hanseatischen Oberlandesgericht in Hamburg haben am Freitag die Verhandlungen gegen zwei mutmaßliche Agenten des iranischen Mullah-Regimes begonnen. Ihnen wird vorgeworfen, Mordanschläge auf jüdische Einrichtungen sowie auf prominente Israel-Unterstützer in Deutschland geplant zu haben. Das berichtet BILD.

Eines der potenziellen Opfer war demnach Volker Beck (65), ehemaliger Grünen-Politiker und Präsident der Deutsch-Israelischen Gesellschaft. Zum Prozessauftakt erschien Beck unter dem Schutz von Personenschützern. „Ohne die Informationen des Mossads wäre ich seit neun Monaten unter der Erde", sagte er nach dem ersten Verhandlungstag gegenüber BILD. Die Anklage und Observationsprotokolle hätten ihn erschüttert: „Wie konkret die Anschlagspläne gegen mich bereits gewesen sind", so Beck.

Hauptangeklagter ist Ali Sarwari (54), dänischer Staatsbürger mit afghanischen Wurzeln, der bis zu seiner Festnahme mit Frau und Tochter in Brabrand bei Aarhus lebte. Sein Mitangeklagter Tawab Mohsini (42), ebenfalls aus Afghanistan stammend, wohnte rund 20 Kilometer entfernt in Trige. Die Bundesanwaltschaft wirft Sarwari vor, zwischen dem 13. Februar und dem 25. Juni 2025 als Agent für iranische Nachrichtendienste tätig gewesen zu sein.

Neben dem geplanten Mord an Beck soll Sarwari auch ein Attentat auf Josef Schuster (72), Präsident des Zentralrats der Juden in Deutschland, vorbereitet haben. Den Mordplan an Beck besiegelten die beiden Angeklagten laut Anklage mit einem Handschlag in einem McDonald's in Dänemark. Für die Tat war eine Pistole mit Schalldämpfer vorgesehen.

Parallel dazu soll eine Frau aus Somalia in Berlin angeworben worden sein, um in einem jüdischen Geschäft Benzin zu verschütten und Feuer zu legen. Dafür hätten ihr die Angeklagten 4.000 Euro versprochen, so die Anklage.

In der Planungsphase habe Sarwari engen Kontakt zu den Al-Kuds-Brigaden gehabt – der Auslandseinheit der als terroristisch eingestuften iranischen Revolutionsgarden. Zwischen dem 7. und 12. Februar 2025 soll er sich mit zwei Offizieren dieser Einheit abgestimmt haben.

Mitangeklagter Mohsini soll sich bereit erklärt haben, die Mordpläne zu unterstützen, und sei bereits seit Längerem mit der Beschaffung von Waffen befasst gewesen. Bundesanwalt Schäffer erklärte im Verfahren: „Ihnen waren staatsterroristische Aktivitäten bewusst."

Source: BILD