Mutmaßlicher Waffen-Boss lehnt Deal ab und riskiert zehn Jahre Haft
Ein 60-Jähriger aus Remscheid hat vor dem Landgericht Wuppertal ein Geständnis im Tausch gegen eine reduzierte Strafe abgelehnt. Ihm werden Verstöße gegen das Kriegswaffenkontrollgesetz und das Waffengesetz vorgeworfen.

Mutmaßlicher Waffen-Boss lehnt Deal ab und riskiert zehn Jahre Haft
Vor dem Landgericht Wuppertal hat ein 60-jähriger Mann aus Remscheid ein Kronzeugenangebot überraschend ausgeschlagen. Hätte er ein umfassendes Geständnis abgelegt, wäre eine Haftstrafe von sieben bis acht Jahren möglich gewesen. Jetzt drohen ihm bis zu zehn Jahre wegen schwerer Verstöße gegen das Kriegswaffenkontrollgesetz und das Waffengesetz.
Der Automechaniker ließ über seine Anwältin mitteilen, die Strafvorstellungen lägen zu weit auseinander. Die angebotene Strafzumessung sei zu hoch. Außerdem bestritt er, jemals mindestens 100 Skorpion-Maschinenpistolen gekauft zu haben – ein Vorgang, den ein Zeuge den Richtern bestätigt haben soll.
Bei einer groß angelegten Razzia am 26. Oktober 2025 hatten Beamte im Keller des Beschuldigten ein gewaltiges Arsenal beschlagnahmt. Neben Maschinengewehren, Sturmgewehren und Maschinenpistolen fanden sich auch Revolver, Handgranaten und Sprengstoff. Die Ermittler hatten den Deutsch-Kasachen und zwei Mittäter monatelang beobachtet, Gespräche abgehört und Nachrichten mitgelesen. Über einen verdeckten Beamten erwarb die Polizei selbst drei MPs für 8200 Euro.
Zwei Komplizen, Ilhan A. (38) und Yunus K. (35), nahmen das Angebot des Richters dagegen an. In verlesenen Erklärungen räumten sie mehrere Waffengeschäfte ein und belasteten den Hauptbeschuldigten erheblich. Ihnen drohen nun maximal vier beziehungsweise drei Jahre Gefängnis.
Den Angaben der beiden zufolge verkaufte die Gruppe zwei Skorpion-Maschinenpistolen inklusive Munition an einen Mann aus Hamm. Dieser probierte eine der Waffen direkt aus – und beschwerte sich anschließend über eine Ladehemmung bereits nach dem ersten Schuss. Was der Käufer mit den Kriegswaffen vorhatte, bleibt ungeklärt. Die Ermittlungen offenbaren, wie rücksichtslos die Bande agierte und ohne Bedenken über mögliche Straftaten der Abnehmer hinwegsah.
Der Prozess wird fortgesetzt.
Quelle: Bild
Source: BILD