16-Jähriger nach Angriff an bayerischer Schule festgenommen – zwei Mädchen schwer verletzt

Ein 16-jähriger Jugendlicher wurde nach einem Angriff an einem Gymnasium in Schongau, Bayern, festgenommen. Zwei Mädchen erlitten schwere Verletzungen.

16-Jähriger nach Angriff an bayerischer Schule festgenommen – zwei Mädchen schwer verletzt

16-Jähriger nach Angriff an bayerischer Schule festgenommen – zwei Mädchen schwer verletzt

Ein Jugendlicher im Alter von 16 Jahren wurde am Mittwoch im oberbayerischen Schongau festgenommen, nachdem er an einer weiterführenden Schule zwei Mädchen schwer verletzt hatte. Die Tat ereignete sich am Welfen-Gymnasium in der rund 12.000 Einwohner zählenden Gemeinde nördlich der Alpen.

Die ersten Notrufe gingen laut Polizeisprecher Michael Spessa gegen 12.50 Uhr Ortszeit ein. Die Beamten rückten umgehend mit einem starken Aufgebot an. Vor dem Schulgebäude waren bewaffnete Einsatzkräfte und ein Feuerwehrfahrzeug zu sehen, ein Hubschrauber kreiste über der Stadt.

Der bayerische Innenminister Joachim Herrmann erklärte gegenüber einem Regionalfernsehsender, der mutmaßliche Täter habe ein Messer und eine Schusswaffe bei sich getragen. Die Polizei konnte den Jugendlichen noch vor Ort in Gewahrsam nehmen. Hinweise auf einen zweiten Beteiligten lagen nach Spessas Worten nicht vor.

Zwei Mädchen wurden mit schweren Verletzungen in ein Krankenhaus gebracht. Spessa äußerte sich vorsichtig optimistisch über ihren Gesundheitszustand: Man könne mit gewisser Zurückhaltung sagen, dass ihr Leben nicht in Gefahr sei. Die Ermittler rechneten jedoch damit, dass die Zahl der Verletzten noch steigen könnte.

Das Motiv für die Tat ist bislang unklar. Die Polizei ermittelt in alle Richtungen. „Alles ist möglich, von einem Beziehungstat bis zu einem Amoklauf ohne erkennbaren Grund“, erklärte Spessa. Die Beamten hielten sich alle Möglichkeiten offen.

Nach dem Vorfall wurde die Umgebung der Schule weiträumig abgesperrt. Für Eltern und Angehörige der Schüler wurde eine Anlaufstelle in der örtlichen Feuerwache eingerichtet.

Schwere Gewalttaten an Bildungseinrichtungen sind in Deutschland selten, kommen aber vereinzelt vor. Im vergangenen Jahr wurde eine 45-jährige Lehrerin an einer Berufsschule in Essen schwer verletzt. Der Hauptverdächtige, ein 17-Jähriger aus dem Kosovo, wurde von der Polizei angeschossen und später festgenommen. Die Staatsanwaltschaft wirft ihm vor, aus dschihadistischen Motiven gehandelt zu haben. Im Januar 2022 erschoss ein 18-jähriger Deutscher an der Universität Heidelberg einen Studenten und verletzte drei weitere, bevor er sich selbst das Leben nahm. Im März 2009 tötete der 17-jährige Tim Kretschmer an seiner ehemaligen Schule in Winnenden 15 Menschen, darunter neun Schüler und drei Lehrer, und beging anschließend Suizid. Im Jahr 2002 starben bei einem Amoklauf in Erfurt 16 Menschen, darunter zwölf Lehrer und zwei Schüler.

Quelle: The Journal

Source: TheJournal.ie