Saudischer Attentäter von Magdeburg zu lebenslanger Haft verurteilt
Ein 51-jähriger saudischer Psychiater wurde wegen des Anschlags auf den Weihnachtsmarkt in Magdeburg im Dezember 2024 zu lebenslanger Haft verurteilt.

Saudischer Attentäter von Magdeburg zu lebenslanger Haft verurteilt
Das Landgericht Magdeburg hat den saudischen Psychiater Taleb Jawad al-Abdulmohsen wegen des Anschlags auf den Weihnachtsmarkt der Stadt am 20. Dezember 2024 zu lebenslanger Freiheitsstrafe verurteilt. Bei der Tat waren sechs Menschen ums Leben gekommen, mehr als 300 weitere wurden verletzt.
Der 51-Jährige fuhr an jenem Freitagabend mit einem gemieteten BMW X3 über den Alten Markt in die Menschenmenge des gut besuchten Weihnachtsmarktes. Laut Ermittlungen erreichte das Fahrzeug dabei eine Geschwindigkeit von 48 km/h. Unter den Toten befanden sich ein neunjähriger Junge sowie fünf Frauen im Alter zwischen 45 und 75 Jahren.
Das Gericht erkannte zudem die besondere Schwere der Schuld an, was eine vorzeitige Entlassung nach 15 Jahren praktisch unmöglich macht. Eine anschließende Sicherungsverwahrung wurde vorbehalten. Der Richter Dirk Sternberg erklärte, der Angeklagte habe es sich zum Ziel gesetzt, "möglichst viele Menschen zumindest schwer zu verletzen".
Al-Abdulmohsen war 2006 als Flüchtling nach Deutschland gekommen und den Behörden bereits bekannt. Er hatte sich in sozialen Netzwerken als islamophob geäußert und Sympathien für die rechtspopulistische AfD bekundet. Sein Motiv: Er warf den deutschen Behörden vor, saudische Flüchtlinge nicht ausreichend zu schützen, während sie sich gegenüber muslimischen Flüchtlingen aus dem Nahen Osten großzügig zeigten.
Während des acht Monate dauernden Prozesses zeigte der Verurteilte nach Darstellung des Gerichts keine Reue. Psychiatrische Gutachten stuften ihn als voll schuldfähig ein und attestierten eine anhaltende Gefährlichkeit.
Quelle: Le Temps
Source: Le Temps