Sprengstoff-Drohne am Flughafen Leipzig entdeckt – Ermittlungen laufen

Im Gepäckbereich des Flughafens Leipzig/Halle fand die Polizei eine mit Semtex bestückte Drohne. Die Behörden gehen von einem geplanten Angriff aus.

Sprengstoff-Drohne am Flughafen Leipzig entdeckt – Ermittlungen laufen

Drohne mit Sprengstoff am Flughafen Leipzig aufgefunden

Am 4. August stieß ein Mitarbeiter des Flughafens Leipzig/Halle in einer für die Öffentlichkeit gesperrten Gepäckzone auf ein verdächtiges Flugobjekt. Wie der lettische Dienst BNN.LV unter Berufung auf die Dresdner Staatsanwaltschaft und die sächsische Polizei meldet, handelte es sich um eine mit Sprengladungen versehene Drohne. Sie lag nur wenige Meter von einer ukrainischen Frachtmaschine des Typs Antonov entfernt.

Zunächst fuhr ein Entschärfungsroboter der Polizei vor, um das Objekt zu inspizieren. Anschließend konnten Fachkräfte den Zünder unschädlich machen. Nach Angaben von BNN.LV löste sich der Detonator nicht; eine Explosion fand nicht statt. Dennoch unterbrachen die Flughafenverantwortlichen vorübergehend den Betrieb und leiteten mehrere ankommende und abfliegende Maschinen um. Eine zur DHL-Flotte zählende Frachtmaschine, die nach ihrer Umleitung in Hannover landete, wies später am vorderen Rumpf Beschädigungen auf, die von einer Kollision mit einem anderen Objekt stammen sollen.

Die Untersuchung ergab, dass die Drohne mit Semtex bestückt war – einem hochexplosiven Sprengstoff. Der Flughafen Leipzig/Halle beherbergt die NATO-Einrichtung für strategische Lufttransporte (SALIS) und fungiert als größter europäischer DHL-Hub sowie als Wartungsstätte für mehrere ukrainische Antonov-Maschinen.

Die Sicherheitsbehörden stuften den Vorfall laut BNN.LV als gezielten Angriff ein. Bis zum Abend des folgenden Tages, dem 5. August, gab es keine Festnahmen. Bundesinnenminister Alexander Dobrindt brach seinen Urlaub in Italien ab, um sich in Leipzig mit den zuständigen Stellen zu beraten. Sachsens Innenminister Armin Schuster bezeichnete den Zwischenfall als äußerst ernsten Sicherheitsvorfall.

Der ukrainische Botschafter in Deutschland, Oleksij Makejew, ließ gegenüber Journalisten verlauten, dass seiner Einschätzung nach Moskau hinter der Aktion stehe. Er äußerte die Erwartung, dass die deutschen Ermittler die Hintergründe vollständig aufklären werden, und fügte hinzu, dass aus seiner Sicht niemand anderes als Russland für den Anschlagsplan verantwortlich sein könne. Die russische Botschaft in Berlin hat sich bislang nicht zu den Vorwürfen geäußert.

Quelle: BNN.LV

Source: Google News LV — Crime (lv)