Deutschland: Über 1.000 Nutzer illegaler IPTV-Dienste unter Ermittlung, hohe Strafen drohen
Die bayerische Zentralstelle zur Bekämpfung der Cyberkriminalität ermittelt gegen mehr als 1.000 Nutzer illegaler Streaming-Plattformen. Bisher konzentrierten sich Ermittlungen auf Organisatoren, nun werden verstärkt auch Endnutzer verfolgt.

Deutschland: Über 1.000 Nutzer illegaler IPTV-Dienste unter Ermittlung, hohe Strafen drohen
Die bayerische Zentralstelle zur Bekämpfung der Cyberkriminalität (ZCB) ermittelt gegen mehr als 1.000 Personen, die verdächtigt werden, illegale IPTV-Dienste genutzt zu haben. Bisher konzentrierten sich Ermittlungen vor allem auf Organisatoren und Betreiber solcher Netzwerke, doch Polizei und Staatsanwaltschaften in ganz Europa verfolgen zunehmend auch Endnutzer, einschließlich derer in Deutschland, berichtet Večernji list.
Der Zugang zu illegalen Übertragungen wird meist über soziale Netzwerke und Apps wie Facebook, Telegram oder Reddit verteilt. Laut Daten der Deutschen Fußball Liga (DFL) nutzen mehr als sechs Millionen Menschen in Deutschland illegale Live-Übertragungen. Industrieverbände schätzen den jährlichen wirtschaftlichen Schaden auf rund 1,8 Milliarden Euro.
Die ZCB hat im Jahr 2025 in zwei großen Fällen Maßnahmen ergriffen. In einem Fall soll eine Gruppe von Verdächtigen illegal Zugang zu Pay-TV-Plattformen an mehr als 30.000 Nutzer weltweit verkauft haben, wobei ein Schaden in Millionenhöhe entstand. Razzien führten zur Abschaltung von Servern, Haftbefehlen sowie der Beschlagnahmung von Bargeld und Kryptowährungen. Bei einer weiteren Operation wurde Vermögen im Wert von etwa 500.000 Euro beschlagnahmt.
Während dieser Aktionen sicherten die Ermittler Server, Kundendatenbanken, E-Mail-Konten, Chat-Protokolle und Zahlungsdaten. Diese Materialien werden nun auch gegen die Endnutzer verwendet. Die Ermittler haben bereits mehr als 1.000 Nutzer illegaler IPTV-Dienste im Rahmen zweier aktiver Verfahren identifiziert.
„Es handelt sich um eine unbefugte Verletzung verwandter Rechte. Das Gesetz sieht für dieses Vergehen eine Geldstrafe oder eine Freiheitsstrafe von bis zu drei Jahren vor“, erklärte der Chefstaatsanwalt. Rechtsexperten erwarten jedoch, dass in den meisten Fällen Geldbußen per Ordnungsgeld verhängt werden. Die Strafen könnten sich zwischen 300 und 500 Euro bewegen, in Einzelfällen auch höher ausfallen.
Quelle: Večernji list (https://www.vecernji.hr/barkod/vise-od-tisucu-osoba-ovo-radi-u-njemackoj-a-zapravo-je-ilegalno-uskoro-im-stizu-ogromne-kazne-neki-ce-i-u-zatvor-1971893)
Source: Večernji list