605 EncroChat-Verfahren bei der Berliner Staatsanwaltschaft
Die Berliner Staatsanwaltschaft hat seit 2020 insgesamt 605 Verfahren im Zusammenhang mit dem verschlüsselten Dienst EncroChat geführt. 88 davon sind noch offen.

EncroChat-Bilanz: Berlin führte 605 Strafverfahren gegen Organisierte Kriminalität
Die Berliner Staatsanwaltschaft hat seit 2020 insgesamt 605 Verfahren im Zusammenhang mit dem verschlüsselten Kommunikationsdienst EncroChat eingeleitet. Das berichtet WELT unter Berufung auf exklusiv vorliegende Behördenzahlen mit Stand 12. Juni 2025.
Die Verfahren verteilen sich auf mehrere Jahrgänge, wobei rund ein Drittel allein auf das Jahr 2022 entfiel. Schwerpunkte der Ermittlungen lagen bei Drogenhandel, Geldwäsche und bewaffneter Bandenkriminalität.
240 Verfahren wurden demnach durch Anklage vor großen Strafkammern, Schöffengerichten oder Strafrichtern abgeschlossen. In 117 Fällen erfolgte eine Einstellung, überwiegend mangels hinreichenden Tatverdachts. Derzeit laufen noch 88 Verfahren – 85 davon in staatsanwaltschaftlicher Bearbeitung, drei bei den Ermittlungsbehörden.
Die Staatsanwaltschaft weist darauf hin, dass die Statistik ausschließlich einzelne Verfahren erfasst, nicht sogenannte Ermittlungskomplexe. Ein Verfahren kann mehrere Beschuldigte und Tatvorwürfe umfassen. Zudem wurden im Verlauf Verfahren verbunden oder abgetrennt, was statistische Abweichungen gegenüber den Zahlen des Bundeskriminalamts erklären kann.
EncroChat galt jahrelang als bevorzugtes Kommunikationsmittel krimineller Netzwerke. Im Frühjahr 2020 drangen europäische Ermittler in das Netzwerk ein und sicherten millionenfache Chatprotokolle. Die Auswertung dieser Daten bildet seitdem die Grundlage für Hunderte Verfahren in ganz Europa – darunter zahlreiche in Berlin.
Source: WELT