Andrew Tate: Vom Kickboxer zum mutmaßlichen Zuhälter – New Yorker enthüllt Details
Eine Recherche im „New Yorker" auf Basis rumänischer Gerichtsakten zeichnet Andrew Tates Aufstieg vom mittellosen Sportler zum Incel-Influencer nach.

Rumänische Gerichtsakten beleuchten Tates kriminelle Anfänge
Wie die Süddeutsche Zeitung berichtet, hat das Magazin „New Yorker" anhand rumänischer Gerichtsakten eine detaillierte Recherche zu Andrew Tate veröffentlicht – dem Kickboxer, der zum Incel-Influencer und mutmaßlichen Zuhälter wurde.
Die Geschichte beginnt 2014. Tate gewinnt zwar regelmäßig Titel im Kickboxen, ist aber weitgehend mittellos. Mit seinem Bruder Tristan teilt er eine kaum möblierte Wohnung, sein einziges nennenswertes Kapital sind Beziehungen zu Frauen in verschiedenen Städten, die er auf Wettkampfreisen kennengelernt hat.
Aus diesem Ausgangspunkt entwickelt er ein Geschäftsmodell: Er drängt die Frauen dazu, pornografische Livestreams anzubieten und die Einnahmen mit ihm zu teilen. Den Betrieb startet er mit drei Frauen in einem Studio in England. Die Geschäfte laufen gut genug, dass er das Kickboxen aufgibt und hauptberuflich als Zuhälter tätig wird. Mit den Erlösen kauft er sich einen Aston Martin.
Unter den betroffenen Frauen befindet sich laut den Gerichtsakten auch eine, die Tate in der Slowakei kennengelernt hatte – zu einem Zeitpunkt, als sie 15 Jahre alt war und zu Beginn des Betriebs noch immer minderjährig war.
Die Recherche des „New Yorker" stellt den Fall zugleich in einen größeren medialen Kontext: Ohne soziale Medien und ihre algorithmische Dynamik wäre Tate, so das Fazit, schlicht ein Schwerverbrecher ohne Reichweite geblieben – ein Befund, der Fragen über die Verantwortung von Plattformen aufwirft.
Source: Süddeutsche Zeitung