Schwede zwingt Ehefrau zu Sex mit 120 Männern – vier Jahre Haft in Härnösand

Ein 61-jähriger Schwede wurde zu vier Jahren und fünf Monaten Haft verurteilt, weil er seine drogenabhängig gemachte Frau für Prostitution missbrauchte.

Schwede zwingt Ehefrau zu Sex mit 120 Männern – vier Jahre Haft in Härnösand

Gericht Härnösand verurteilt 61-Jährigen wegen schwerer Zuhälterei

Ein schwedisches Gericht hat einen 61-jährigen Mann zu vier Jahren und fünf Monaten Haft verurteilt, weil er seine Ehefrau zu bezahltem Sex mit mindestens 120 Männern gezwungen hatte. Wie DER SPIEGEL (Justiz & Kriminalität) berichtet, sprach das Gericht in Härnösand den Angeklagten wegen schwerer Zuhälterei, versuchter Vergewaltigung, Körperverletzung, Bedrohung sowie eines Drogenvergehens schuldig. Er habe seine Frau über Jahre „rücksichtslos ausgenutzt", stellte das Gericht fest.

Der Fall hatte in Schweden Vergleiche mit den Verbrechen am französischen Pelicot-Fall ausgelöst: Gisèle Pelicot war von ihrem Ehemann über Jahre wiederholt betäubt und Dutzenden Männern zur Vergewaltigung überlassen worden.

Laut Anklage machte der Mann seine Frau durch Drogen- und Alkoholabhängigkeit gefügig. Staatsanwältin Ida Annerstedt erklärte zu Prozessbeginn im April, die Frau habe zudem „große Angst" vor ihrem Mann gehabt. Er soll ihr gedroht haben, verärgere sie ihn, werde „das Monster freigelassen".

Über das Internet bot der Angeklagte seine Frau gegen Geld zum Sex an. Zwischen 2022 und 2025 verdiente er damit laut Anklage mehr als 500.000 schwedische Kronen, umgerechnet rund 46.000 Euro. Richter Johan Ahlberg stellte in seinem Urteil fest, der Mann habe „den Einstieg der Frau in die Prostitution" organisiert und auch den „Großteil der Organisation" übernommen.

Die Staatsanwaltschaft hatte ursprünglich zehn Jahre Haft gefordert und den Angeklagten in acht Fällen auch wegen Vergewaltigung angeklagt. Richter Ahlberg sprach ihn von diesen Vorwürfen jedoch frei: In sieben Fällen sei unklar gewesen, ob die Frau dem Geschlechtsverkehr zugestimmt habe; im achten Fall ließ sich nicht feststellen, welche sexuellen Handlungen vollzogen worden waren.

Im Zuge der Ermittlungen wurden 120 Männer identifiziert, die für Sex mit der Frau bezahlt hatten. 29 von ihnen konnten laut Gericht strafrechtlich verfolgt werden, 28 wurden verurteilt. Zwei erhielten Haftstrafen, die übrigen Geld- oder Bewährungsstrafen.

In Schweden ist der Verkauf von Sex nicht strafbar, die Inanspruchnahme bezahlter sexueller Handlungen hingegen schon. Auch das Fördern oder das finanzielle Profitieren von Prostitution ist nach schwedischem Recht illegal.

Source: DER SPIEGEL (Justiz & Kriminalität)