FBI ermittelt gegen argentinischen Fußballverband AFA wegen Geldwäsche
US-Ermittler prüfen Geldwäsche- und Betrugsvorwürfe gegen die AFA-Führung. Ein Zeuge sagte drei Stunden lang vor dem FBI aus.

FBI-Ermittlungen gegen den argentinischen Fußballverband AFA
Während Argentinien bei der WM 2026 nach einem 3:2-Sieg gegen Ägypten ins Viertelfinale einzog, gerät der Verband im Hintergrund unter massiven Druck. Wie die argentinische Zeitung „La Nación" berichtet, hat eine neue Zeugenaussage die Ermittlungen gegen den argentinischen Fußballverband (AFA) erheblich verschärft.
Laut BILD laufen die Untersuchungen wegen möglicher Finanzkriminalität seit mehr als eineinhalb Jahren. Ausgangspunkt sind Vorwürfe des Geschäftsmanns Guillermo Tofoni, der AFA-Präsident Claudio „Chiqui" Tapia (58) und Verbandsfunktionär Pablo Toviggino einen Millionen-Betrug anlastet. Tofoni sagte nun drei Stunden lang vor FBI-Ermittlern aus.
Eingeschaltet sind FBI und Bundesstaatsanwälte, weil die in Florida ansässige Firma TourProdEnter LLC im Verdacht steht, in den Fall verwickelt zu sein. Die US-Justiz prüft, ob bei Geldtransfers über das amerikanische Bankensystem Straftaten wie Geldwäsche oder Betrug begangen wurden.
Über die Firma sollen Einnahmen aus internationalen Verträgen der AFA in Höhe von mindestens 260 Millionen Euro abgewickelt worden sein. Bankunterlagen zufolge wurden rund 57 Millionen Dollar ohne nachvollziehbaren Grund weitergeleitet. Teile davon sollen an Unternehmen geflossen sein, die mit Vertrauten der AFA-Führung in Verbindung stehen und keine erkennbaren Dienstleistungen erbringen. Auch Überweisungen an Personen, die Sozialleistungen beziehen, sollen erfolgt sein.
Die AFA hat die Vorwürfe bislang nicht zurückgewiesen, verweist jedoch auf die Unschuldsvermutung. Verbandvertreter in den USA haben bereits Anwälte eingeschaltet; ein Sprecher erklärte, Ermittlungen allein seien kein Schuldnachweis. Die US-Behörden prüfen derzeit weitere Zeugen und mögliche Beweise. Ob es zu Anklagen kommt, ist offen.
Source: BILD