Schusswaffengewalt in Brüssel: Staatsanwaltschaft fordert härteres Vorgehen gegen Banden

In Brüssel wurden seit 2025 rund 170 Schusswaffenvorfälle registriert. Die Staatsanwaltschaft schlägt Alarm und verlangt mehr Mittel gegen rivalisierende Drogenbanden.

Schusswaffengewalt in Brüssel: Staatsanwaltschaft fordert härteres Vorgehen gegen Banden

Staatsanwalt warnt: „Jeder kann von einer Kugel getroffen werden"

Die Brüsseler Staatsanwaltschaft hat Alarm geschlagen wegen zunehmender Schusswaffengewalt in der belgischen Hauptstadt. Wie die Frankfurter Allgemeine Zeitung berichtet, forderte Staatsanwalt Julien Moinil am Freitag ein entschiedeneres Vorgehen gegen Drogenbanden. „Jeder kann von einer Kugel getroffen werden", sagte Moinil. Zuletzt hatten Angreifer in der Stadt mehrfach automatische Waffen eingesetzt – unter anderem eröffneten Unbekannte das Feuer auf ein Polizeirevier.

Seit 2025 wurden in Brüssel rund 170 Schusswaffenvorfälle registriert, 69 davon allein im laufenden Jahr. Im Vorjahr kamen bei den Gewalttaten zwei Menschen ums Leben. Bei einem Großteil der Angriffe handelt es sich nach Einschätzung von Moinil um Revierkämpfe konkurrierender Drogenbanden.

Der Staatsanwalt verlangt die Festnahme von Bandenchefs, von denen sich viele im Ausland aufhalten sollen. Inhaftierte Anführer dürften zudem keine Möglichkeit haben, aus dem Gefängnis heraus weitere Straftaten zu koordinieren, betonte Moinil. Die Polizei benötige darüber hinaus mehr Ressourcen für Ermittlungen gegen die organisierten Gruppen.

Belgien gilt als eines der wichtigsten Einfallstore für den Drogenschmuggel in Europa; der Hafen von Antwerpen nimmt dabei eine Schlüsselrolle ein. In Brüssel wurden seit 2025 rund 350 Bars und Restaurants wegen mutmaßlicher Verbindungen zum Drogenhandel geschlossen. Außerdem beschlagnahmten die Behörden nach Angaben von Moinil rund 3.500 Luxusfahrzeuge.

Source: Frankfurter Allgemeine Zeitung

Read this article in English