Maschsee-Mörder erneut vor Gericht: Geiselnahme und Folter in Düsseldorf

Der wegen Mordes vorbestrafte Alexander K. steht ab Dienstag vor dem Landgericht Düsseldorf. Er soll seine neue Freundin gefesselt, gewürgt und mit Waterboarding bedroht haben.

Maschsee-Mörder erneut vor Gericht: Geiselnahme und Folter in Düsseldorf

Neuer Prozess gegen den Maschsee-Mörder: Gewalt gegen Düsseldorfer Freundin

Wie focus.de berichtet, muss Alexander K., bekannt als der sogenannte Maschsee-Mörder, ab Dienstag, dem 15. September, erneut vor Gericht erscheinen — diesmal am Landgericht Düsseldorf. Der inzwischen 38-Jährige ist wegen Geiselnahme und gefährlicher Körperverletzung angeklagt.

K. war 2013 vom Landgericht Hannover wegen Mordes zu zwölf Jahren Haft verurteilt und in eine Psychiatrie eingewiesen worden. Mitte vergangenen Jahres kam er auf freien Fuß, nachdem er seine Strafe verbüßt hatte. Bereits damals hatte seine Ex-Freundin ihn als „tickende Zeitbombe" bezeichnet, die jederzeit wieder explodieren könne.

Über TikTok kennen­gelernt, am 22. Dezember eskaliert

Laut Staatsanwaltschaft zog K. im vergangenen Jahr zu seiner neuen Freundin nach Düsseldorf, nachdem beide über TikTok in Kontakt gekommen waren. Am 22. Dezember 2025 soll die Frau ihn von jener Seite kennengelernt haben, vor der die frühere Partnerin gewarnt hatte.

Laut Anklage setzte K. sich auf die Frau und würgte sie mehrere Sekunden lang mit beiden Händen. Dabei soll er gesagt haben: „Ich hätte dich lieber umbringen sollen."

Neujahrstag: Einsperrung, Drohungen, Waterboarding

Wenige Tage später, am 1. Januar 2026, kam es erneut zu einem Gewaltausbruch. Die Frau hatte über ihr Mobiltelefon eine Sprachnachricht an ihren Ex-Freund geschickt. K. soll dies bemerkt haben, sie daraufhin in der Wohnung eingesperrt und alle Schlüssel an sich genommen haben.

Als die Frau sich weigerte, ihm das Telefon zu übergeben, soll K. gefragt haben: „Willst du, dass ich dich töte?" Anschließend soll er sie geschlagen, mit einer Säge bedroht und verletzt haben. Im Bad fesselte er sie an die Duscharmatur. Für den Fall, dass sie um Hilfe riefe, drohte er ihr mit Waterboarding.

Laut Anklage ließ er danach eine halbe Stunde lang kaltes Wasser über ihren Kopf und Körper laufen, sodass sie kaum Luft bekam. Erst als sie ihm das Telefon entsperrte, ließ er von ihr ab. Die Frau erlitt eine Schnittverletzung sowie starke Hämatome an Handgelenken, Kopf, Rücken und Gesäß. Kurz darauf wurde der damals noch 37-Jährige am Düsseldorfer Hauptbahnhof festgenommen — mit mehreren Messern bewaffnet.

Vorgeschichte: Mord aus Mordlust am Maschsee

2012 hatte K. in Hannover eine 44-jährige Prostituierte aus Ibbenbüren getötet, zerstückelt und die Leichenteile in den Maschsee geworfen. Ein Spaziergänger hatte den Torso der Frau in einer Mülltüte am Ufer entdeckt. Das Landgericht Hannover stellte fest, dass ihn pure Mordlust angetrieben habe.

Das Gericht stufte den damals 25-Jährigen aufgrund einer schweren Persönlichkeitsstörung sowie Alkohol- und Drogenmissbrauch als vermindert schuldfähig ein und verhängte keine lebenslange Freiheitsstrafe. Ein psychiatrischer Sachverständiger hatte ihm damals ein hohes Rückfallrisiko attestiert und erklärt, weitere extreme Gewalttaten seien jederzeit denkbar. Eine Freilassung sollte ursprünglich nur bei nachgewiesener Heilung erfolgen.

Auslöser für den Mord war, dass das Opfer sich über seine rechtsradikalen Ansichten lustig gemacht hatte. In seiner Wohnung fanden Ermittler neben Messern und einer Armbrust auch ein Foto des norwegischen Massenmörders Anders Breivik.

Selbst­vermarktung nach der Haft

Nach seiner Entlassung fiel K. laut übereinstimmenden Medienberichten durch den Versuch auf, seine Tat medial und finanziell zu vermarkten. Auf TikTok soll er mit dem Mord kokettiert haben, T-Shirts mit makabren Aufdrucken beworben, eine Spendenkampagne für seine eigene Resozialisierung gestartet und ein Buch mit dem Titel „Der Maschseemörder" angeboten haben. Sein Berliner Verteidiger wollte vor Prozessbeginn keine Stellung zu den Anklagevorwürfen nehmen.

Source: Google News DE — Crime (de)

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