Mordprozess Fabian (8): Gina H. zu Google-Suchen und Leichenfundort befragt

Im Mordprozess um den achtjährigen Fabian wurde die Angeklagte Gina H. stundenlang vom Richter befragt. Im Fokus: auffällige Google-Suchen und ihr Vorschlag zum Suchort.

Mordprozess Fabian (8): Gina H. zu Google-Suchen und Leichenfundort befragt

Kreuzverhör im Mordprozess: Gina H. antwortet zu Wildschwein-Suche und Fundort

Laut 20 Minuten wurde die 30-jährige Gina H. am Freitag im Mordprozess um den getöteten Fabian (8) erstmals vom Gericht eingehend befragt. Über mehrere Stunden äusserte sich die Angeklagte zu ihrer Beziehung zu Fabians Vater Matthias R. sowie zu den Ereignissen rund um den 10. Oktober 2025 – den Tag, an dem der Bub verschwand.

Warum schlug Gina H. den späteren Fundort vor?

Richter Holger Schütt wollte wissen, weshalb Gina H. nach Fabians Verschwinden vorgeschlagen hatte, auf einem Acker bei Klein Upahl nach dem Kind zu suchen – genau dort, wo später seine Leiche gefunden wurde. Die Angeklagte hatte zuvor angegeben, durch einen Hinweis im Internet auf den Ort aufmerksam geworden zu sein. Am Freitag erklärte sie, gemeinsam mit Christian D. ein Video von Raffaela J., der besten Freundin von Fabians Mutter, gesehen zu haben.

Richter Schütt hakte nach: «Warum sucht man nach einem Achtjährigen auf einem Acker?» Gina H. antwortete daraufhin: «Es wurde doch überall nach ihm gesucht.» Sie verwies zudem auf zahlreiche Freiwillige, die sich an der Suche beteiligten, und erklärte, sie müsse deshalb nicht selbst mitlaufen.

Google-Suchen vom Tag nach dem Verschwinden

Besonderes Gewicht hatte eine Google-Suche vom 11. Oktober 2025. Gina H. hatte an diesem Tag nach «Fressen Wildschweine Menschen?» und «Fressen Wildschweine tote Menschen?» gesucht. Auf Nachfrage des Richters gab sie an, sich «nichts dabei gedacht» zu haben. Am Vortag habe Christian D., ein langjähriger Bekannter, behauptet, Wildtiere könnten Leichen anfressen; sie habe das lediglich überprüfen wollen.

Bauchschmerzen: Widersprüchliche Angaben

Am Tag von Fabians Verschwinden schrieb Gina H. einem Bekannten, der Bub sei wegen Bauchschmerzen den ganzen Tag zu Hause geblieben. Vor Gericht sagte sie hingegen, Fabians Vater Matthias R. habe ihr am Telefon nur mitgeteilt, Fabian sei «krank» zu Hause. Richter Schütt konfrontierte sie mit dem Widerspruch: «Er ist krank zu Hause geblieben, er hat nichts von Bauchschmerzen erzählt.»

Gina H. berief sich daraufhin auf ein früheres Telefonat, das in den vorliegenden Aufzeichnungen nicht erscheint. Schliesslich erklärte sie, von den Bauchschmerzen durch ein Video erfahren zu haben, das eine Freundin von Fabians Mutter nach dem Verschwinden des Kindes in den sozialen Medien veröffentlicht hatte.

Schlafschwierigkeiten und belastetes Verhältnis

Thema war auch das Zusammenleben mit Matthias R. Gina H. gab an, die beiden hätten zuletzt wegen ständiger Streitigkeiten getrennt geschlafen. Sie habe unter Schlafstörungen gelitten, die seit eineinhalb Jahren bestünden. Geschlechtsverkehr habe es «nur selten» gegeben – «manchmal einmal im Monat, manchmal zwei Monate gar nicht».

Richter Schütt kündigte an, die Befragung von Gina H. am 15. September fortzusetzen.

Source: 20 Minuten