Ex-Snooker-Weltmeister Graeme Dott wegen Kindesmissbrauchs verurteilt

Der frühere Snooker-Weltmeister Graeme Dott (49) wurde von einer Jury in Schottland des sexuellen Missbrauchs zweier Kinder schuldig gesprochen. Das Strafmaß wird am 29. September verkündet.

Ex-Snooker-Weltmeister Graeme Dott wegen Kindesmissbrauchs verurteilt

Schuldig: Snooker-Weltmeister von 2006 wegen Missbrauchs zweier Grundschulkinder verurteilt

Der frühere Snooker-Weltmeister Graeme Dott (49) ist in Schottland wegen sexuellen Missbrauchs zweier Minderjähriger schuldig gesprochen worden. Wie BILD berichtet, ereigneten sich die Taten laut Prozessbeobachtern in zwei Zeiträumen: zwischen 1993 und 1996 sowie zwischen 2006 und 2010, jeweils im Raum Glasgow. Beide Opfer befanden sich zur Tatzeit im Grundschulalter.

Eine der Betroffenen – heute eine über 40-jährige Frau – wandte sich bereits 2001 an die Polizei. Warum es bis zur Verurteilung so viele Jahre dauerte, blieb vor Gericht ungeklärt. Das zweite Opfer, ein heute Ende 20-jähriger Mann, erstattete 2024 Anzeige. Erst daraufhin nahmen die Ermittler erneut Kontakt zur ersten Geschädigten auf und befragten sie zu den Vorfällen.

Im April 2025 wurde Anklage gegen Dott erhoben. Der schottische Snooker-Verband suspendierte ihn daraufhin umgehend. Sportlich hatte er seinen Zenit zu diesem Zeitpunkt bereits überschritten und stand nur noch auf Weltranglistenplatz 56. Neben dem WM-Titel von 2006 hatte Dott zweimal das Finale der Weltmeisterschaft erreicht.

Vor Gericht schilderten beide Opfer, wie Dott systematisch vorging: Er tarnte den Missbrauch als vermeintliche Kinderspiele und kombinierte ein sogenanntes Belohnungssystem mit Druck, die Taten zu verschweigen. Der Angeklagte bestritt die Vorwürfe vor Gericht und bezeichnete die Aussagen seiner Opfer als Lügen.

Nach dem Jury-Urteil nannte Detective Inspector Gary Smillie Dott „ein gefährliches Individuum" und äußerte die Hoffnung, „dass sein Schuldspruch denen etwas Trost verschafft, die von seinen Taten betroffen waren". Das Strafmaß wird, wie in Großbritannien üblich, zu einem späteren Termin verkündet – der 29. September ist dafür angesetzt. Bis dahin bleibt der 49-Jährige in Untersuchungshaft; zuvor war er auf Kaution freigelassen worden.

Source: BILD