Kabarettist Gunkl wegen Kindesmissbrauch angeklagt – Geständnis auf Facebook

Gegen den österreichischen Kabarettisten Günther „Gunkl" Paal wurde Anklage wegen sexuellen Kindesmissbrauchs und Besitz von Missbrauchsmaterial erhoben. Der 64-Jährige gestand die Vorwürfe öffentlich.

Kabarettist Gunkl wegen Kindesmissbrauch angeklagt – Geständnis auf Facebook

Anklage gegen Gunkl: Missbrauchsvorwürfe, Erpressung und ein öffentliches Geständnis

Gegen den österreichischen Kabarettisten Günther „Gunkl" Paal ist am Wiener Landesgericht für Strafsachen Anklage wegen Kindesmissbrauchs eingebracht worden. Wie gmx.at berichtet, hatte Paal im Mai Selbstanzeige erstattet — ein Umstand, der erst jetzt öffentlich wurde.

Am Mittwochabend wandte sich der 64-Jährige in einem Video auf Facebook direkt an die Öffentlichkeit und gestand die Vorwürfe ein. „Ich hab' Schande auf mich gebracht", sagte er sichtlich gezeichnet. „Ich bedauere zutiefst, was ich gemacht hab'."

Vorwürfe der Staatsanwaltschaft Wien

Laut Staatsanwaltschaftssprecherin Judith Ziska wird Paal „die Vornahme einer geschlechtlichen Handlung an einer unmündigen Person sowie das Verschaffen und Besitzen von zumindest 960 Bilddateien und 19 Videodateien sexualbezogenen Kindesmissbrauchsmaterials mündiger und unmündiger Minderjähriger zur Last gelegt". Der Missbrauch soll laut Sprecherin des Wiener Straflandesgerichts, Christina Salzborn, Anfang 2025 stattgefunden haben.

In seinem Statement räumte Paal einen einmaligen Übergriff an der mittlerweile fünfjährigen Tochter einer Bekannten ein. „Ich habe ein Kind dorthin geküsst, wo Erwachsene Kinder nicht küssen dürfen", sagte er. Es tue ihm „unendlich leid".

Darüber hinaus bekannte er sich zum Besitz von Missbrauchsdarstellungen auf einem Heimcomputer. „Das war eine Phase in meinem Leben. Da hatte ich die Lust auf solche Videos." Den Rechner habe er „irgendwann vergessen" — er habe „wirklich nicht mehr gewusst", dass das Material noch vorhanden sei. Die Exekutive stellte die inkriminierten Dateien bei ihm sicher. Laut seinem Anwalt Florian Höllwarth handelte es sich um ein altes Gerät, das der Künstler „fünf bis sechs Jahre" nicht mehr verwendet habe.

Rund 189.000 Euro Schweigegeld bezahlt

Neben Paal wurden auch eine 42-jährige Frau und deren 62-jährige Mutter angeklagt — wegen schwerer Erpressung. Die beiden slowakischen Staatsangehörigen sollen den Kabarettisten über einen längeren Zeitraum unter Druck gesetzt und zur Zahlung von rund 189.000 Euro gezwungen haben. „Sie sollen den Künstler über einen längeren Zeitraum mit der Veröffentlichung kompromittierender Umstände zur Übergabe von rund 189.000 Euro genötigt haben", teilte die Staatsanwaltschaft mit. Laut Anklage wurde damit gedroht, Fotos zu veröffentlichen, die ihn bei der sexuellen Handlung an dem Kind zeigen sollen.

Die 42-Jährige zeigte sich laut ihrem Rechtsvertreter Werner Wendt „voll geständig", ihre Mutter „großteils geständig". Wendt beschrieb einen „sehr familiären Umgang", den die beiden Frauen mit dem Künstler gepflegt hätten. Die Staatsanwaltschaft Wien bestätigte die Vorwürfe am Mittwochnachmittag gegenüber der APA, nachdem Paals Anwalt sich bereits öffentlich geäußert hatte.

Die beiden Frauen befinden sich wegen Tatbegehungs- und Verdunkelungsgefahr seit Anfang Juni bzw. Anfang Juli in Untersuchungshaft. Paal selbst ist auf freiem Fuß.

Kind unter Obhut der MA 11

Das betroffene Mädchen befindet sich mittlerweile in der Obhut der Kinder- und Jugendhilfe der Magistratsabteilung 11. Sprecherin Ingrid Pöschmann bestätigte gegenüber der APA: „Den Kindern geht es gut." Auch ein siebenjähriger Bruder des Mädchens ist bei der MA 11 untergebracht. Wann genau die Kindesabnahme stattfand, wollte die Behörde nicht bekanntgeben. Laut Rechtsvertreter Wendt steht die Kindesabnahme nicht im Zusammenhang mit den strafrechtlichen Ermittlungen.

Strafrahmen und weiteres Verfahren

Die Staatsanwaltschaft bezifferte den Strafrahmen: Für die beiden angeklagten Frauen drohen ein bis zehn Jahre Freiheitsstrafe, für Paal sechs Monate bis fünf Jahre. Die Anklage ist noch nicht rechtskräftig; die Angeklagten haben 14 Tage ab Zustellung der Anklageschrift Zeit, Einspruch zu erheben. Ein Verhandlungstermin vor dem Schöffensenat am Landesgericht steht laut Gericht noch nicht fest. Alle drei werden sich gemeinsam vor Gericht verantworten müssen.

Paal, der seit rund 15 Jahren mit der 42-Jährigen bekannt sein soll, richtete am Ende seines Statements einen Appell an die Öffentlichkeit: „Ich möchte alle, die derartige Neigungen in sich verspüren, davor warnen, das mit sich ausmachen zu wollen." Er fuhr fort: „Das geht nicht alleine. Schützen Sie Kinder. Wenn Sie so etwas in sich spüren: Suchen Sie sich Hilfe."

Paal ist als Kabarettist unter dem Künstlernamen „Gunkl" bekannt. Die Premiere seines 15. Soloprogramms „Apropos übrigens" war zuletzt „aus gesundheitlichen Gründen" abgesagt worden.

(APA/bearbeitet von jst)

Source: Kleine Zeitung

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