Linzer Albaner zu 7,5 Jahren verurteilt: 116 kg Marihuana per Sky-ECC-Chat überführt

Ein 31-jähriger Albaner wurde in Linz wegen Drogenschmuggels im großen Stil zu siebeneinhalb Jahren Haft verurteilt. Sky-ECC-Chats lieferten die entscheidenden Beweise.

Linzer Albaner zu 7,5 Jahren verurteilt: 116 kg Marihuana per Sky-ECC-Chat überführt

Drogenschmuggler in Linz durch entschlüsselten Kryptochat überführt

Meinbezirk.at berichtet, dass ein 31-jähriger Albaner am 23. Oktober vor dem Landesgericht Linz wegen gewerbsmäßigen Drogenhandels zu sieben Jahren und sechs Monaten unbedingter Haft verurteilt wurde – rechtskräftig. Den entscheidenden Anstoß zur Verhaftung des bis dahin unbescholtenen Mannes lieferten abgefangene Nachrichten aus dem Kryptomessenger Sky ECC.

Europol zapfte über eine halbe Milliarde Nachrichten ab

Von Juni 2019 bis März 2021 gelang Europol-Ermittlern ein Hack des vermeintlich abhörsicheren Chat-Dienstes Sky ECC. Dabei wurden die Kommunikation sämtlicher Nutzer gespeichert, entschlüsselt und ausgewertet – insgesamt mehr als eine halbe Milliarde Nachrichten. Die Kriminellen hatten dabei völlig offen, ohne jegliche Codes, über Drogengeschäfte, Morde und andere illegale Aktivitäten geschrieben. Die gesammelten Beweismittel wurden anschließend an die Behörden der jeweiligen Länder weitergegeben. In Österreich allein führte die Auswertung zu 214 Verhaftungen, weltweit zu mehr als 1.000.

Schmuggelfahrten aus Albanien, den Niederlanden und Deutschland

Der Albaner wurde im Mai 2024 in Linz festgenommen. Laut Anklage war er für den Handel mit mehr als 116 Kilogramm Marihuana, 35 Kilogramm Kokain, drei Kilogramm Speed und einem Kilogramm Methamphetamin verantwortlich. Die Drogen transportierte er demnach teils selbst im Rahmen zahlreicher Schmuggelfahrten aus Albanien, den Niederlanden und Deutschland nach Österreich, teils über Komplizen. Für die Transporte wurde unter anderem ein mit versteckten Staufächern präpariertes Fahrzeug eingesetzt. In Österreich verkaufte er die Ware anschließend an Großabnehmer.

Hälfte der Drogenmenge im Verfahren gestrichen – Schuld dennoch zweifelsfrei

Im Laufe der Hauptverhandlung reduzierte sich die dem Angeklagten zur Last gelegte Drogenmenge um rund die Hälfte. Richter und Schöffen hegten dennoch keinerlei Zweifel an seiner Schuld. Bei einem möglichen Strafrahmen von bis zu 15 Jahren verhängten sie sieben Jahre und sechs Monate unbedingte Freiheitsstrafe. Das Urteil ist rechtskräftig.

Source: meinbezirk.at

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