Anschläge auf zwei deutsche Umspannwerke – Ermittler prüfen russischen Hintergrund

An zwei deutschen Umspannwerken wurden mutmassliche Sabotageakte verübt. Die Behörden ermitteln wegen Bildung einer terroristischen Vereinigung.

Anschläge auf zwei deutsche Umspannwerke – Ermittler prüfen russischen Hintergrund

Selbstgebaute Raketen auf Kohlekraftwerk Jänschwalde – Polizei ermittelt wegen Terrorverdacht

Wie Google News CH — Crime (de) berichtet, wurden am Dienstag an einem Umspannwerk des Kohlekraftwerks Jänschwalde nahe der polnischen Grenze mehrere verdächtige Gegenstände gefunden. Laut der «Märkischen Allgemeinen Zeitung» handelt es sich um Vorrichtungen für sprengstoffbestückte Raketen; «Bild» berichtet von selbstgebauten Pyro-Raketen.

Ein Sprecher des Betreiberunternehmens erklärte gegenüber «Focus»: «Nach bisherigen Erkenntnissen erfolgte die versuchte Sachbeschädigung durch selbstgebaute Flugkörper, die handelsüblichen Silvesterraketen ähneln.» Zudem seien vor Ort weitere, noch nicht gestartete Flugkörper sichergestellt worden.

Eine Augenzeugin schilderte dem Newsportal, eine Rakete im Wald gesehen zu haben – «etwa 40 Zentimeter hoch und bunt». Brandenburgs Innenminister Jan Redmann stellte klar: «Das waren ganz sicher keine Silvesterraketen. Es hat sich aber nicht um Spezialistenwissen gehandelt, sondern um irgendwas dazwischen.» Was genau passiert ist, werde noch untersucht.

Das Umspannwerk soll laut der «Märkischen Allgemeinen Zeitung» mindestens einmal von einem solchen Flugkörper getroffen worden sein. Die Polizei bestätigte zwar keine «Raketen-Attacke» im Wortsinne, wohl aber mindestens eine Detonation sowie mögliche Sachbeschädigungen an einer Leitung. Kraftwerksbetreiber Leag spricht von einem Anschlag.

Zweiter Vorfall bei Köln – fünf Kraftwerksblöcke vom Netz

Am Dienstagabend kam es offenbar auch in einer Anlage der Energieversorger RWE und Amprion in Bergheim bei Köln zu einer Sabotageaktion an einem weiteren Umspannwerk. Wie der Sender WDR berichtete, mussten daraufhin fünf RWE-Kohlekraftwerksblöcke vom Netz genommen werden.

Terrorermittlungen und Hinweise auf russischen Auftrag

Das Polizeipräsidium Potsdam teilte am Mittwoch mit, nun auch wegen der Bildung einer terroristischen Vereinigung zu ermitteln. Zusätzliche Ermittlungsansätze betreffen den Verdacht der Störung öffentlicher Betriebe, das Herbeiführen einer Sprengstoffexplosion sowie die Zerstörung wichtiger Arbeitsmittel.

Ungeklärt ist weiterhin, ob Drohnen bei den Angriffen eingesetzt wurden – diese Möglichkeit wird laut Behörden aktiv untersucht. Ein linksextremistischer Hintergrund gilt den mit dem Kölner Vorfall befassten Ermittlern laut «Focus» als eher unwahrscheinlich. Ein hochrangiger Ermittler erklärte gegenüber dem Nachrichtenportal, man halte eine konzertierte Aktion sogenannter Low-Level-Agents im russischen Auftrag für möglich. Russische Ermittler prüfen demnach zudem einen gemeinsamen Modus operandi bei beiden Vorfällen.

Source: Google News CH — Crime (de)

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