Brandanschlag in Rosbach: Fünf Betonmischer zerstört – Linksextremisten als Verdächtige
In Rosbach (Hessen) wurden fünf Betonmischer einer Betonfirma in Brand gesetzt. Der Schaden beläuft sich auf bis zu 800.000 Euro.

Mutmaßlich linksextremer Brandanschlag auf Betonfirma in Hessen
Auf dem Gelände von Heidelberg Materials Beton in Rosbach vor der Höhe, nördlich von Frankfurt, sind in der Nacht zu Mittwoch fünf Betonmischer vollständig ausgebrannt. Wie BILD berichtet, haben zwei unbekannte Tatverdächtige einen selbstgebauten Brandsatz zwischen abgestellten Lastwagen platziert, der nach einer zeitlichen Verzögerung zündete.
Zeugen alarmierten die Polizei gegen 1.10 Uhr. Als die Einsatzkräfte eintrafen, standen die Fahrzeuge bereits in Flammen. Insgesamt wurden sieben Fahrzeuge beschädigt: Fünf der sechs Betonmischer brannten vollständig aus, ein weiterer Betonmischer sowie ein Radlader wurden ebenfalls in Mitleidenschaft gezogen. Den Sachschaden schätzt die Polizei auf 600.000 bis 800.000 Euro. Verletzt wurde niemand.
Bekennerschreiben auf Linksextremisten-Plattform
Videoaufnahmen vom Firmengelände liefern den Ermittlern eine erste Spur zu den beiden bislang unbekannten Tätern. Parallel dazu tauchte auf der Internetplattform de.indymedia.org ein mutmaßliches Bekennerschreiben einer linksextremistischen Gruppierung auf, das BILD vorliegt. Die Verfasser bezeichnen sich darin als Kommunisten; als Motiv geht aus dem Schreiben Israel-Hass hervor.
Ein Polizeisprecher bestätigte gegenüber BILD: „Wir kennen das Schreiben. Das fließt in unsere Ermittlungen ein." Ob das Dokument tatsächlich von den Tätern stammt, ist noch ungeklärt. „Wir ermitteln noch in alle Richtungen. Es muss auch geprüft werden, ob das Bekennerschreiben echt ist", erklärte der Sprecher.
Innenminister spricht von besorgniserregender Entwicklung
Hessens Innenminister Roman Poseck (CDU) verurteilte den Anschlag scharf. Er bezeichnete ihn als „schweren Angriff auf ein mittelständisches Unternehmen und auf den inneren Frieden in unserem Land". Sollte sich der Verdacht eines extremistischen Hintergrunds erhärten, füge sich die Tat in eine beunruhigende Entwicklung ein: Die Zahl linksextremer Gewalttaten in Hessen habe sich innerhalb eines Jahres von 15 auf 44 Fälle nahezu verdreifacht.
Poseck verwies zudem auf Angriffe gegen Unternehmen und kritische Infrastruktur in Deutschland. „Wer glaubt, den Nahostkonflikt mit Brandsätzen auf hessischen Firmengeländen austragen zu können, hat mit der ganzen Härte des Rechtsstaats zu rechnen", sagte der Minister. Hessen habe die Bekämpfung des Linksextremismus bei Polizei und Verfassungsschutz zuletzt verstärkt und werde entschlossen gegen Israel-Hass und Antisemitismus vorgehen.
Reihe von Anschlägen in mehreren Bundesländern
Der Vorfall in Rosbach reiht sich in eine Serie ähnlicher Taten der vergangenen Tage ein. In München wurden in der Nacht zu Donnerstag drei Brandsätze auf den Stammsitz des Technologie- und Rüstungskonzerns Rohde & Schwarz geworfen. Zwei Tatverdächtige wurden festgenommen; laut Polizei galt der Anschlag jedoch einem anderen Unternehmen im selben Gebäudekomplex, in dem sich weitere Firmen mit Bezug zur Rüstungsindustrie befinden.
In Brandenburg versuchten Unbekannte nahe dem Kraftwerk Jänschwalde, die Stromversorgung zu stören. Auch am Umspannwerk Bergheim bei Köln wurde gezielt ein Kurzschluss verursacht. Die Ermittler sehen auffällige Parallelen zwischen den beiden Angriffen auf die Energieversorgung.
Source: BILD