Sabotage am Umspannwerk Bergheim bei Köln: Ermittlungen wegen Linksextremismus und fremdstaatlicher Einflussnahme

Unbekannte verursachten mit gezielt eingebrachten Kabeln einen Kurzschluss am Umspannwerk Bergheim. NRW-Innenminister Reul spricht von einer vorsätzlichen Straftat.

Sabotage am Umspannwerk Bergheim bei Köln: Ermittlungen wegen Linksextremismus und fremdstaatlicher Einflussnahme

Kurzschluss in Bergheim: NRW-Innenminister Reul verurteilt Anschlag auf Stromnetz

Nach einer gezielten Sabotageaktion an einem Umspannwerk in Bergheim bei Köln laufen Ermittlungen wegen verfassungsfeindlicher Sabotage. Laut BILD hatten Unbekannte Kabel über die Oberleitung gebracht und damit einen Kurzschluss ausgelöst.

NRW-Innenminister Herbert Reul (74, CDU) ließ keinen Zweifel an der Einordnung des Vorfalls: „Wer da ran geht, greift unser Land an." Die Ermittler gehen nach Angaben Reuls mittlerweile von einer vorsätzlichen Tat aus. Geprüft werde „in zwei Richtungen: fremdstaatlich gelenkte Sabotage und Linksextremismus".

Der Anschlag ereignete sich am Dienstagabend kurz vor 20 Uhr. Anwohner berichteten von plötzlich sichtbaren Blitzen an der Anlage sowie hörbaren Explosionen — wenig später kreiste ein Hubschrauber über dem Gelände des Netzbetreibers Amprion. Fotos von Anwohnern sollen Lichtbögen an dem Umspannwerk zeigen. Zunächst war spekuliert worden, eine Servicedrohne des Stromanbieters könnte versehentlich die Hochspannungsleitung getroffen haben. Später wurden offenbar Hinweise auf gezielt eingebrachte Kabel gefunden, die die beobachteten Lichtbögen verursacht hatten.

Reul betonte: „Das war kein kaputter Schalter, das war Absicht, das war eine Straftat." Die Polizei werde jeden Hinweis verfolgen. „Wir schauen überall hin, jede Spur wird gesichert, jeder Meter zweimal angeschaut", sagte er. Bis zum Mittag waren die Kabel allerdings noch nicht gefunden worden.

Durch den Kurzschluss waren mehrere Leitungen betroffen. Der Strom fiel an fünf Braunkohleblöcken des angeschlossenen Kraftwerks aus. Für Privathaushalte gab es nach Polizeiangaben jedoch keine Ausfälle. Energieministerin Mona Neubaur (49, Grüne) erklärte: „Wer auch immer dahintersteckt, konnte die Energieversorgung nicht aus dem Takt bringen." Amprion teilte mit, Experten arbeiteten gemeinsam mit den zuständigen Sicherheitsbehörden an der Aufklärung des Sachverhalts. Drei der betroffenen Blöcke sollten noch am Mittwoch wieder ans Netz gehen, zwei weitere am Wochenende.

Ebenfalls am Dienstag war in Brandenburg ein weiteres Umspannwerk angegriffen worden. Dabei kamen mehr als 20 selbstgebaute, mit Zeitzündern versehene Raketen zum Einsatz, die Kupferdrähte in Leitungen befördern sollten. Dort wird unter anderem wegen des Verdachts der Bildung einer terroristischen Vereinigung ermittelt. Reul sagte, ein möglicher Zusammenhang zwischen beiden Vorfällen werde geprüft.

Source: BILD

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