„Fabian-Prozess": Angeklagte Gina H. spricht erstmals vor Gericht in Rostock
Im Mordprozess um den getöteten Fabian hat die Angeklagte Gina H. erstmals selbst ausgesagt – monoton, stockend, leise. Wer diese Frau ist, bleibt die zentrale Frage.

Gina H. bricht ihr Schweigen im Rostocker Gerichtssaal
Wie Gina H. die Beherrschung verliert, wurde Anfang August sichtbar – an Tag 20 eines Prozesses, der den Namen eines toten Kindes trägt. Wie die Süddeutsche Zeitung berichtet, bildete sich vor Saal 2.002 des Rostocker Landgerichts eine lange Schlange, wie an jedem Verhandlungstag im „Fabian-Prozess". Dutzende Zuschauer wollten nicht versäumen, wie die Angeklagte auf ihre jüngere Schwester traf – die eine in Fußfesseln, die andere im Zeugenstand.
Im Mittelpunkt des Verfahrens steht die Frage, ob Gina H. überhaupt in der Lage gewesen sein könnte, ein Kind mit sechs Messerstichen zu töten. Nun hat sie erstmals selbst Stellung genommen – monoton, stockend, leise.
Wer diese Frau ist, bleibt nach ihrer Aussage ungeklärt. Die Antworten, die sie gab, werfen neue Fragen auf: über ihre Vergangenheit, ihre Emotionen, ihre Wahrheit. Das Gericht steht weiterhin vor der Aufgabe, Täterschaft und Motiv zu rekonstruieren – auf Grundlage eines Geständnisses, das bislang ausgeblieben ist.
Source: Süddeutsche Zeitung