Mordprozess Fabian: Angeklagte (30) weist Vorwürfe in Rostock zurück
Im Mordfall des achtjährigen Fabian aus Güstrow hat die 30-jährige Angeklagte erstmals vor dem Landgericht Rostock ausgesagt. Sie bestreitet die Tat.

Angeklagte sagt erstmals aus: „Nicht so dumm gewesen"
Wie Google News AT — Crime (de) berichtet, hat die 30-jährige Angeklagte im Mordprozess um den getöteten achtjährigen Fabian aus Güstrow am Montag erstmals vor dem Landgericht Rostock ausgesagt und die Tatvorwürfe zurückgewiesen. In einer verlesenen Erklärung gab sie an, den Fundort des Leichnams — einen Tümpel bei Klein Upahl im Landkreis Rostock — erst am 13. Oktober zum ersten Mal gesehen zu haben.
Laut Staatsanwaltschaft wurde der Bub am 10. Oktober 2025 getötet. Zeugen hatten im Prozess ausgesagt, die Frau an jenem Tag mit ihrem auffälligen Auto auf einem Feldweg in der Nähe des Fundortes gesehen zu haben. Die Angeklagte räumte ein, am Tattag sowohl in Güstrow als auch in der Nähe von Klein Upahl spazieren gewesen zu sein — hätte sie die Tat jedoch begangen, wäre sie „nicht so dumm gewesen", an Zeugen vorbeizufahren.
Die 30-Jährige schilderte, die Leiche am Abend des 13. Oktober gefunden zu haben, und zwar an zwei getrennten Gelegenheiten mit jeweils unterschiedlichen Freunden. Diese hätten ihr jedoch eindringlich abgeraten, die Polizei zu verständigen. Die Fundmeldung erstattete sie erst am 14. Oktober. Die Anklage wirft ihr vor, Fabian an dem Teich, rund 15 Kilometer südlich von Güstrow, erstochen und den Leichnam anschließend in Brand gesetzt zu haben.
Die Angeklagte schilderte auch ihre Beziehung zu dem Kind: Ihr etwa gleichaltriger Sohn und Fabian hätten sich gut verstanden. Im August 2025 hätten die drei gemeinsam einen Badesee besucht, wo sich der Bub leicht am Fuß verletzt habe. Sie habe die kaum blutende Wunde mit einem Pflaster versorgt und mit einem Blatt Küchenrolle abgetupft — ohne das Blatt abzureißen.
Genau diese Küchenrolle mit dem Blut des Kindes fanden Ermittler später in der hinteren Tür ihres Fahrzeugs und führten sie als Beweismittel in den Prozess ein. Die Angeklagte verlas ihre gesamte Aussage von einem großen Stapel DIN-A4-Blätter.
Der seit dem 28. April laufende Indizienprozess zieht erhebliches öffentliches Interesse auf sich: Die ersten Zuschauer stellten sich bereits gegen 4.00 Uhr vor dem Landgericht an. Im Saal stehen 100 Zuschauerplätze und 50 Medienplätze zur Verfügung — bei weitem nicht ausreichend für alle Interessierten. Bislang wurden Dutzende Zeugen gehört und zahlreiche Gutachten vorgelegt.
Als letzter Verhandlungstag ist der 10. September angesetzt, an dem das Urteil gesprochen werden könnte.
Source: Google News AT — Crime (de)