Großrazzia in Berlin: 150 Polizisten durchsuchen neun Wohnungen wegen Erpressung
Acht Männer sollen ein Opfer über Monate erpresst und im Februar körperlich angegriffen haben. Bei einem koordinierten Einsatz wurden Beweismittel und Bargeld sichergestellt.

Razzia gegen Erpresserbande: Einsatz in fünf Berliner Bezirken
Rund 150 Polizeibeamte aus Berlin und Brandenburg haben am frühen Mittwochmorgen neun Wohnungen in der Hauptstadt durchsucht. Wie WELT berichtet, richteten sich die Maßnahmen gegen acht Beschuldigte im Alter zwischen 27 und 48 Jahren, denen räuberische Erpressung, Freiheitsberaubung und gefährliche Körperverletzung vorgeworfen werden.
Gegen 5.30 Uhr setzten sich die Einsatzkolonnen in Bewegung. Nahezu zeitgleich schlugen die Beamten an Adressen in Neukölln, Charlottenburg-Wilmersdorf, Steglitz-Zehlendorf, Mitte und Tempelhof-Schöneberg zu. Schwer bewaffnete Polizisten sicherten Eingangsbereiche und Treppenhäuser, während sich Einsatzkräfte mit Türrammen Zugang zu den Wohnungen verschafften.
Auch in der Krausenstraße in Berlin-Mitte rückten die Beamten kurz vor sechs Uhr vor einem Neubau an. Ermittler des Landeskriminalamtes begannen anschließend mit der Durchsuchung der Räume. Mehrere Stunden lang trugen Beamte Kisten, Taschen und beschlagnahmte Gegenstände aus dem Gebäude.
Monatelange Erpressung, Eskalation im Februar
Nach Angaben der Staatsanwaltschaft Berlin sollen die Männer über einen längeren Zeitraum unberechtigte Geldforderungen an einen Geschädigten gerichtet haben. Im Februar dieses Jahres soll die Situation eskaliert sein: Die Beschuldigten sollen das Opfer körperlich angegriffen und dabei nicht unerheblich verletzt haben — bei gleichzeitig weiteren Geldforderungen.
Ein zuvor erwirkter Haftbefehl gegen einen 23-Jährigen wurde im Zuge des Einsatzes vollstreckt. Die Ermittler stellten zudem zahlreiche Beweismittel sicher, darunter Mobiltelefone, Computer, weitere elektronische Datenträger, schriftliche Unterlagen sowie Bargeld im unteren fünfstelligen Bereich.
Kommunikationsdaten im Fokus der Ermittlungen
Besonderes Interesse dürften für die Ermittler die beschlagnahmten Kommunikationsgeräte haben. Die Auswertung der Mobiltelefone und Computer soll Aufschluss darüber geben, wie die Tatverdächtigen miteinander kommunizierten, welche Rollen die einzelnen Beschuldigten spielten und ob weitere Personen an den Taten beteiligt gewesen sein könnten.
Die Ermittlungen zu den genauen Hintergründen, dem Tatablauf und möglichen weiteren Beteiligten dauern laut Staatsanwaltschaft an. Weitere Einzelheiten wollten die Behörden vorerst nicht bekannt geben.
Source: WELT