Hackergruppe Rhysida veröffentlicht 5,7 Terabyte Berliner Verwaltungsdaten im Darknet

Sensible Daten aus zwei Berliner Senatsverwaltungen sind nach einem Cyberangriff im Darknet frei zugänglich. Berlin lehnte das Lösegeld von 30 Bitcoin ab.

Hackergruppe Rhysida veröffentlicht 5,7 Terabyte Berliner Verwaltungsdaten im Darknet

Berliner Senatsdaten nach Hackerangriff im Darknet abrufbar

Seit Freitagnachmittag sind gestohlene Daten aus zwei Berliner Senatsverwaltungen im Darknet öffentlich zugänglich. Wie die Süddeutsche Zeitung berichtet, können die Dateien auf der Darknet-Seite der Hackergruppe Rhysida heruntergeladen werden. Darunter befinden sich Verträge, Passwörter, personenbezogene Daten wie Adressen und Telefonnummern sowie Dokumente zu kritischer Infrastruktur. Ob es sich tatsächlich um die angegebenen 1,44 Millionen Dateien im Umfang von rund 5,7 Terabyte handelt, ließ sich kurzfristig nicht verifizieren.

Investigativjournalist Lars Winkelsdorf bezeichnete die Veröffentlichung auf X als „eine absolute Vollkatastrophe". Das Sicherheitsleck habe „staatsgefährdende Ausmaße": Notfallpläne der Behörden, Verteidigungspläne sowie geheime Kommunikationswege der Bundesregierung seien nun öffentlich einsehbar.

Angriff blieb tagelang unentdeckt

Der Cyberangriff war am 14. August bekannt geworden. Betroffen sind die Senatsverwaltung für Mobilität, Verkehr, Klimaschutz und Umwelt sowie die Senatsverwaltung für Stadtentwicklung, Bauen und Wohnen. Die Hacker hatten offenbar vom 7. bis 12. August unbemerkt Zugriff auf interne Computersysteme. Der Berliner Senat hatte zunächst erklärt, es seien lediglich öffentlich zugängliche Daten abgeflossen.

Seit einer Woche war bekannt, dass Rhysida das Land Berlin erpresste und drohte, die erbeuteten Daten zu veröffentlichen, falls kein Lösegeld gezahlt werde. Die Forderung: 30 Bitcoin, zum aktuellen Kurs rund zwei Millionen Euro. Der Regierende Bürgermeister Kai Wegner (CDU) hatte erklärt, Berlin lasse sich nicht erpressen. Am Freitagnachmittag lief die gesetzte Frist ab.

Personalakten und Disziplinarverfahren unter den Dokumenten

Die nun veröffentlichten Daten stammen aus verschiedenen Abteilungen der betroffenen Verwaltungen — darunter Fachabteilungen, politische Prozesse und interne Verwaltungsangelegenheiten. Aus dem Personalbereich finden sich eingescannte Ausweise und Zeugnisse unter den Dateien. Auch vertrauliche Dokumente zu Disziplinarverfahren wurden veröffentlicht, mit dem Vermerk „Vertrauliche Personalsache!".

Rhysida greift seit Jahren Organisationen an

Rhysida hat in den vergangenen Jahren Dutzende Organisationen und Unternehmen angegriffen, Daten gestohlen und sich entweder bezahlen lassen oder die Informationen im Darknet veröffentlicht. Häufig waren Ziele in den USA betroffen. In Deutschland wurden bereits Daten einer Stuttgarter Hausverwaltung veröffentlicht, allerdings in deutlich geringerem Umfang als im aktuellen Berliner Fall.

Behörden rufen Betroffene zur Strafanzeige auf

Die Berliner Verwaltung kündigte an, betroffene Personen je nach Risikoeinschätzung zu informieren. Betroffene seien aufgerufen, Strafanzeige bei der Polizei zu erstatten. Aktuell gehen die Behörden davon aus, dass das „Landesnetz Berlin" nicht mehr infiltriert ist.

Source: Süddeutsche Zeitung

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